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Face Yoga: Warum unser Gesicht mehr Aufmerksamkeit verdient

  • Autorenbild: Dr. Peter Poeckh
    Dr. Peter Poeckh
  • vor 48 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Ein Gespräch mit Claudia Granig


„Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, das eigene Gesicht wertzuschätzen.“

In der aktuellen Folge meines Podcasts Yogatherapie bewegt spreche ich mit Claudia Granig über ein Thema, das auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich wirkt, bei genauerem Hinsehen aber erstaunlich viel mit Körperwahrnehmung, Spannung, Ausstrahlung und innerem Erleben zu tun hat: Face Yoga.


Claudia ist Expertin für Face Yoga und zeigt auf sehr verständliche Weise, dass unser Gesicht weit mehr ist als nur das, was wir im Spiegel sehen. Es ist Ausdruck unserer Gewohnheiten, unserer Mimik, unserer Haltung und oft auch unserer inneren Anspannung.


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Wie Claudia selbst zu Face Yoga gefunden hat


Der Einstieg in ihre eigene Praxis begann mit einem sehr ehrlichen Moment. Claudia bemerkte auf Fotos eine starke Spannung im Gesicht, die gar nicht dem entsprach, wie sie sich innerlich wahrnahm. Sie fühlte sich nicht verhärtet oder verkrampft, aber genau das spiegelte ihr Gesicht wider.


Aus einem ersten Interesse wurde rasch viel mehr. Statt den Weg Richtung Botox weiterzuverfolgen, begann sie mit Face Yoga und stellte fest, dass diese Praxis nicht nur muskulär wirkt, sondern auch das eigene Selbstbild verändert.


Es ging plötzlich nicht mehr nur um eine Falte.

Es ging um Wahrnehmung, Selbstfürsorge und den Blick auf sich selbst.



Was sich im Gesicht wirklich zeigt


Ein spannender Punkt in unserem Gespräch war die Frage, warum manche Menschen vital, offen und positiv sind und trotzdem angespannt oder müde wirken.


Claudia beschreibt sehr anschaulich, dass das Gesicht über Jahre Gewohnheiten speichert. Dazu zählen:

  • wiederkehrende Mimik

  • Spannungen im Schulter Nacken Bereich

  • Fehlhaltungen des Kopfes

  • Stressmuster

  • unbewusste muskuläre Überaktivität


Gerade deshalb ist Face Yoga für sie keine oberflächliche Methode, sondern eine Form der Auseinandersetzung mit dem eigenen Ausdruck.


Denn häufig zeigt das Gesicht nicht nur, wie wir aussehen, sondern auch, wie wir uns im Laufe der Zeit körperlich organisiert haben.



Muskeln, Faszien, Lymphe: Das Gesicht ist viel aktiver als viele denken


Im Gespräch wurde auch schnell klar, dass wir dem Gesicht in unserer Körperpraxis oft viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken.


Wir trainieren Rücken, Beine, Bauch und Schultern. Aber das Gesicht? Das wird meist nur gepflegt, eingecremt oder möglichst kaschiert.


Dabei gibt es dort eine erstaunlich aktive Muskulatur. Claudia erklärt, dass wir vom Schlüsselbein aufwärts überall Muskeln haben und dass diese Strukturen einen spürbaren Einfluss auf Spannung, Ausdruck und Beweglichkeit im Gesicht haben.


Auch ergänzende Methoden wie Gua Sha und Schröpfen spielen in ihrer Arbeit eine Rolle. Beide können dabei helfen, Spannungen zu lösen, die Durchblutung anzuregen und das Gewebe bewusster wahrzunehmen.



Zwischen innerem Erleben und äußerem Ausdruck


Besonders interessant fand ich den Zusammenhang zwischen Emotion, Mimik und Muskelspannung.


Gefühle zeigen sich in Millisekunden im Gesicht. Wenn bestimmte Spannungsmuster über lange Zeit bestehen bleiben, kann daraus ein Kreislauf entstehen: Emotion erzeugt Mimik, Mimik erzeugt muskuläre Spannung und diese Spannung wirkt wiederum auf unser inneres Empfinden zurück.


Genau hier setzt Face Yoga an. Nicht als schneller Trick, sondern als tägliche Praxis, mit der man wieder mehr Einfluss auf den eigenen Ausdruck gewinnen kann.



Face Yoga oder Botox?


Natürlich haben wir auch über Botox gesprochen. Claudia hat dazu eine klare Haltung.


Nicht verurteilend, aber bewusst. Für sie liegt der große Unterschied vor allem in der Selbstwirksamkeit. Während Botox ein Eingriff von außen ist, versteht sie Face Yoga als einen Weg, selbst aktiv zu werden, den eigenen Alterungsprozess bewusst zu begleiten und sich nicht nur auf einen kurzfristigen Effekt zu verlassen.


Das bedeutet nicht, dass dieser Weg für alle der richtige sein muss. Aber für viele Frauen, so schildert Claudia, wird Face Yoga zu einer Praxis, die weit über das Gesicht hinausgeht.


Es geht um die Frage:

Wie möchte ich mit mir selbst umgehen?

Und: Wie möchte ich mich in meinem eigenen Gesicht wahrnehmen?



Eine kleine Übung mit großer Wirkung


Am Ende der Folge zeigt Claudia auch zwei einfache Übungen für den Bereich zwischen den Augenbrauen, also genau dort, wo sich bei vielen Menschen Spannung sammelt.


Schon das sanfte Massieren dieser Region und das bewusste Lösen der Muskulatur kann ein erstaunlich angenehmes Gefühl erzeugen. Die Stirn wirkt freier, der Blick offener und das ganze Gesicht entspannter.


Es sind genau diese kleinen Erfahrungen, die zeigen, warum Face Yoga für viele mehr ist als ein Trend.


Mein Fazit zur Folge


Für mich war diese Episode eine echte Bereicherung, weil sie ein Thema aufgreift, das viele vielleicht zunächst in die Beauty Ecke stellen würden, das aber bei genauerem Hinsehen sehr viel mit Körperbewusstsein, Spannung, Gewohnheiten und Selbstbild zu tun hat.


Face Yoga erinnert daran, dass auch das Gesicht Teil unserer körperlichen Praxis sein darf.

Nicht aus Eitelkeit.

Sondern aus Achtsamkeit.


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👉 Mehr über Claudia: https://faceyoga.cc





 
 
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