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Warum Yoga oft besser wirkt als die nächste Spritze

  • Autorenbild: Dr. Peter Poeckh
    Dr. Peter Poeckh
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Orthopädie, Schmerzmedizin und Yogatherapie mit Dr. Judith Schaefer


„Der Schmerz ist oft nicht nur körperlich.“


Dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch das Gespräch mit Dr. med. Judith Schaefer.


Die Orthopädin, Schmerzmedizinerin und Yogalehrerin hat viele Jahre in der klassischen Medizin gearbeitet, operiert und konservativ behandelt. Heute verbindet sie ihr medizinisches Wissen mit den Möglichkeiten der Yogatherapie und betrachtet Beschwerden aus einer deutlich umfassenderen Perspektive.


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Vom Mountainbike auf die Yogamatte

Zum Yoga kam Judith Schaefer ursprünglich nicht wegen spiritueller Interessen oder gesundheitlicher Probleme. Sie war sportlich aktiv, fuhr Mountainbike, kletterte und wanderte regelmäßig. Trotzdem stellte sie irgendwann fest, dass ihr Körper in manchen Bereichen überraschend unbeweglich geworden war.

Die erste intensive Yogastunde brachte einen Muskelkater mit sich, den sie so nicht erwartet hatte.

„Da habe ich Feuer gefangen.“

Was als körperliche Herausforderung begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer neuen Sichtweise auf Bewegung, Gesundheit und Schmerz.


Warum Sitzen eines unserer größten Probleme ist

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist unser moderner Lebensstil. Judith beobachtet täglich, dass viele Beschwerden nicht durch zu viel Bewegung entstehen, sondern durch zu wenig abwechslungsreiche Bewegung.

„Wir haben einen Bewegungsapparat und keinen Sitzapparat.“

Besonders Rückenschmerzen, Nackenverspannungen und Haltungsthemen stehen oft in direktem Zusammenhang mit stundenlangem Sitzen. Dabei geht es nicht darum, permanent kerzengerade sitzen zu müssen. Viel wichtiger ist der regelmäßige Wechsel zwischen verschiedenen Positionen, Bewegung und bewusster Aufrichtung.


Warum chronische Schmerzen anders behandelt werden müssen

Einen besonders spannenden Einblick gibt Judith in ihre Arbeit mit chronischen Schmerzpatienten.

Während akuter Schmerz eine wichtige Warnfunktion erfüllt, verändert sich bei chronischen Schmerzen häufig das gesamte System.


Neben den körperlichen Ursachen spielen plötzlich weitere Faktoren eine Rolle:

  • Angst

  • Frustration

  • Hilflosigkeit

  • sozialer Rückzug

  • depressive Verstimmungen

  • Stress


Diese Faktoren verstärken sich oft gegenseitig.

Der Schmerz wird zu einer Spirale, aus der Betroffene alleine nur schwer herausfinden.


Die erstaunliche Wirkung einfacher Yogaübungen

Besonders berührend sind die Beispiele aus ihrer Arbeit. Eine Patientin mit chronischen Nackenschmerzen lernte durch eine einfache Übung erstmals wieder den Unterschied zwischen Spannung und Entspannung bewusst wahrzunehmen. Eine andere Patientin sagte nach einer Yogastunde:

„Jetzt erlaubt mir endlich jemand, loszulassen.“

Ein weiterer Patient mit langjährigen Rückenschmerzen spürte nach einer einfachen Kriegerhaltung zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Kraft und Energie in seinem Körper. Nicht komplizierte Übungen machten hier den Unterschied. Sondern Wahrnehmung.


Bewusstheit vor Bewegung

Für Judith beginnt Veränderung nicht bei der perfekten Asana. Sie beginnt beim Spüren.

Wie fühlt sich eine Bewegung an? Wo entsteht Spannung? Wo entsteht Leichtigkeit? Wie verändert sich mein Körper nach einer Übung?

Viele Menschen haben den Zugang zu diesen feinen Signalen verloren.

Genau hier setzt Yogatherapie an. Nicht mit Leistungsdruck. Nicht mit „höher, schneller, weiter“. Sondern mit Aufmerksamkeit.


Können Yogahaltungen auch Beschwerden verursachen?

Ja. Auch darüber sprechen wir offen. Vor allem ehrgeizige und sehr bewegliche Yogapraktizierende geraten manchmal in eine Falle. Zu intensive Rückbeugen, übertriebene Beweglichkeit oder dauerhaftes Arbeiten an den Grenzen des Körpers können Beschwerden fördern.


Besonders häufig beobachtet Judith:

  • Schmerzen im unteren Rücken

  • Überlastungen der kleinen Wirbelgelenke

  • Beschwerden an den Hamstring-Ansätzen

  • Schulterprobleme durch mangelnde Stabilität


Die Lösung liegt dabei meist nicht darin, Yoga aufzugeben. Sondern darin, die Praxis intelligenter anzupassen.


Yoga als Brücke zwischen Medizin und Eigenverantwortung

Was dieses Gespräch besonders macht, ist die Verbindung zweier Welten. Judith Schaefer denkt medizinisch präzise und gleichzeitig ganzheitlich. Sie zeigt, dass moderne Medizin und Yogatherapie keine Gegensätze sein müssen. Im Gegenteil.


Gerade dort, wo Menschen lernen, ihren Körper wieder wahrzunehmen, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen und Bewegung bewusst einzusetzen, entstehen oft die nachhaltigsten Veränderungen.


Mein persönliches Fazit

Mich hat besonders beeindruckt, wie klar Judith zwischen Symptombehandlung und echter Veränderung unterscheidet. Viele Menschen suchen nach der einen Spritze, der einen Übung oder der einen Behandlung. Doch oft beginnt der Weg bereits viel früher:

Mit dem bewussten Wahrnehmen des eigenen Körpers.

Mit dem Verstehen von Zusammenhängen.

Und mit der Bereitschaft, sich selbst wieder besser zuzuhören.


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Wenn du mehr über Judith erfahren möchtest: https://www.judith-schaefer.de


Mein kostenloser "Sag es Richtig"-Guide:https://peterpoeckh.short.gy/yoga-guide


Wenn dir die Folge gefällt, freue ich mich sehr über eine Bewertung, dein Feedback oder deine Fragen.




 
 
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