Yoga für Dicke, Glücklichkeit und Selbstannahme
- Dr. Peter Poeckh

- vor 14 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Im Gespräch mit Birgit Feliz Carrasco
Was macht ein glückliches Leben aus?
Und warum gelingt es vielen Menschen trotz Erfolg, Sicherheit oder materiellen Wohlstands nicht, dauerhaft zufrieden zu sein?
In dieser Folge von Yogatherapie bewegt spreche ich mit Birgit Feliz Carrasco über genau diese Fragen.
Birgit ist Yoga- und Meditationstherapeutin, Heilpraktikerin, Autorin von 28 Büchern und Pionierin im Bereich Yoga X-Large®, das vielen auch als „Yoga für Dicke“ bekannt ist.
Dabei wird schnell klar: Dieses Gespräch handelt nicht nur von Yoga, sondern von Selbstannahme, innerer Stabilität und der Frage, wie wir lernen können, mit uns selbst Frieden zu schließen.
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Was ist eigentlich Glücklichkeit?
Gleich zu Beginn führt Birgit einen Begriff ein, den sie selbst geprägt hat:
Glücklichkeit.
Während Glück oft von äußeren Umständen abhängt und glücklich sein meist nur ein vorübergehender Zustand ist, beschreibt Glücklichkeit für sie etwas Tieferes. „Glücklichkeit ist ein dauerhafter Seinszustand.“ Es geht um innere Harmonie, Vertrauen und die Fähigkeit, auch dann stabil zu bleiben, wenn das Leben Herausforderungen bereithält. Eine Sichtweise, die gerade in einer Zeit voller Unsicherheit, Krisen und ständiger Reizüberflutung viele Menschen anspricht.
Warum wir das Gefühl für uns selbst verlieren
Im Laufe des Gesprächs sprechen wir darüber, warum Kinder oft noch mit einer natürlichen Leichtigkeit durchs Leben gehen. Sie vergleichen sich weniger. Sie bewerten sich weniger und sie vertrauen häufig noch viel stärker ihrem Gefühl. Mit zunehmendem Alter kommen Leistungsdruck, Erwartungen und gesellschaftliche Vorstellungen hinzu. Birgit sieht darin einen wesentlichen Grund, warum viele Menschen den Kontakt zu ihrer eigenen inneren Stimme verlieren. Yoga und Meditation können dabei helfen, diesen Kontakt wiederherzustellen.
Yoga für Dicke: Warum Birgit diesen Begriff bewusst verwendet
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist Yoga X-Large®. Ein Angebot für Menschen, die sich aufgrund ihres Körpergewichts oft nicht trauen, einen Yogakurs zu besuchen. Birgit verwendet bewusst den Begriff „Yoga für Dicke“. Nicht provokant, sondern sachlich.
Denn ihrer Erfahrung nach fühlen sich viele Menschen mit größerem Körpergewicht in klassischen Yogakursen nicht angesprochen oder sogar ausgeschlossen. „Warum sollten wir einer so großen Gruppe die positiven Wirkungen von Yoga vorenthalten?“ Ein Gedanke, der nachdenklich macht.
Denn tatsächlich orientiert sich die Darstellung von Yoga in Medien oft an sehr schlanken, jungen und beweglichen Menschen. Die Realität vieler Menschen sieht jedoch anders aus.
Dick bedeutet nicht unbeweglich
Besonders spannend fand ich einen Punkt, den Birgit mehrfach betont:
Viele Menschen gehen automatisch davon aus, dass ein höheres Körpergewicht mit mangelnder Beweglichkeit verbunden sein muss. Ihre Erfahrung zeigt häufig das Gegenteil. Gerade im Bereich der Hüften und Beine erleben viele Yogalehrende immer wieder, dass festere Menschen oft überraschend beweglich sind. Gleichzeitig brauchen manche Positionen andere Varianten, weil mehr Platz für Bauch, Brust oder Oberschenkel benötigt wird.
Die Wirkung der Übung bleibt dabei dieselbe.
Die Form wird lediglich angepasst.
Yoga sollte sich dem Menschen anpassen
Ein Gedanke, der auch in der Yogatherapie eine zentrale Rolle spielt. Nicht der Mensch muss sich einer Übung anpassen. Die Übung sollte sich dem Menschen anpassen. Genau deshalb spricht Birgit in ihren Ausbildungen intensiv darüber, welche Wirkung eine Übung eigentlich hat.
Denn wenn wir die Wirkung verstehen, finden wir fast immer alternative Wege, diese Wirkung zu erreichen. Und genau das macht guten Yogaunterricht aus.
Selbstannahme vor Selbstoptimierung
Ein weiterer wichtiger Gedanke dieser Folge:
Viele Menschen verbinden Bewegung sofort mit Abnehmen. Auch Birgit erlebt immer wieder Teilnehmerinnen, die hoffen, über Yoga möglichst schnell Gewicht zu verlieren. Sie sieht das etwas anders. Natürlich kann Yoga körperliche Veränderungen unterstützen. Doch der erste Schritt sollte nicht Selbstoptimierung sein. Sondern Selbstannahme.
„Wir können nur verändern, was wir zuerst annehmen.“
Ein Satz, der weit über Yoga hinaus Bedeutung hat.
Was wir aus dieser Folge mitnehmen können
Dieses Gespräch erinnert daran, dass Yoga für alle da ist. Unabhängig von Alter, Körperform oder Beweglichkeit. Es geht nicht darum, einer bestimmten Vorstellung zu entsprechen. Es geht darum, den eigenen Körper besser kennenzulernen, ihn zu akzeptieren und wieder mehr Vertrauen in sich selbst zu entwickeln.
Vielleicht beginnt genau dort das, was Birgit Glücklichkeit nennt. Nicht im Außen. Nicht im nächsten Ziel. Sondern in einer tieferen Verbindung mit uns selbst.
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Wenn du mehr über Birgit erfahren möchtest: https://birgitfelizcarrasco.com/
Mein kostenloser "Sag es Richtig"-Guide:https://peterpoeckh.short.gy/yoga-guide
Wenn dir die Folge gefällt, freue ich mich sehr über eine Bewertung, dein Feedback oder deine Fragen.


