123 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche
- Schlaganfall mit 42
Wie Yoga Sabine Haag geholfen hat, neu ins Leben zu finden Sabine unterrichtet Yoga im wunderschönen Stift St. Florian in Oberösterreich. Wer ihr zuhört, spürt schnell Ruhe, Klarheit und eine besondere Form von Authentizität. Doch hinter dieser Ruhe steckt auch eine sehr persönliche Geschichte. Mit nur 42 Jahren erlitt Sabine einen Schlaganfall. Ein Ereignis, das ihr Leben komplett verändert hat. In unserem Gespräch erzählt sie offen, wie es dazu kam, warum die Zeit davor emotional extrem belastend war und wie Meditation und Yoga ihr geholfen haben, wieder Vertrauen in sich selbst und ihren Körper zu entwickeln. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du in deinem Unterricht sprachlich präziser richtig werden möchtest, sieh dir gerne meinen kostenlosen Guide "Sag es richtig" an. „Dann hat es mich einfach geschmissen.“ Besonders berührend ist die Offenheit, mit der Sabine über diese Phase spricht. Sie erzählt von schlaflosen Nächten, innerem Druck, Sorgen um ihre Kinder und einer großen Lebensentscheidung, die sie damals getroffen hatte. Der Körper zog irgendwann die Notbremse. „Und dann kannst du nicht schlafen und dann kannst du nicht essen … und dann hat es mich einfach geschmissen.“ Was viele überrascht:Der Schlaganfall zeigte sich bei ihr nicht durch klassische körperliche Lähmungen, sondern vor allem über Sprache und Konzentration. Wörter fehlten plötzlich. Englisch, das sie beruflich täglich verwendet hatte, war plötzlich nicht mehr selbstverständlich da. Gerade deshalb begann sie sich noch intensiver mit Meditation, mentaler Ruhe und den tieferen Ebenen des Yoga zu beschäftigen. Yoga beginnt nicht auf der Matte Sabine kam ursprünglich gar nicht über Asanas zum Yoga. Ihr erster Zugang war die Meditation. Die Suche nach innerer Ruhe. Die Verbindung zu sich selbst. Und genau dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Episode. Für Sabine bedeutet Yoga vor allem eines: „Verbindung.“ Die Verbindung zum eigenen Körper.Zur Atmung.Zu anderen Menschen.Und manchmal auch zu etwas Größerem, das sich schwer in Worte fassen lässt. Gerade in einer Zeit, in der Yoga oft nur auf Beweglichkeit oder äußere Formen reduziert wird, ist diese Sichtweise besonders spannend. Älterwerden als Privileg Ein weiteres großes Thema der Folge ist das Älterwerden. Sabine ist heuer 55 geworden und hat sich bewusst entschieden, ihre grauen Haare wachsen zu lassen. Eine Entscheidung, die viele Reaktionen ausgelöst hat. Während manche davor Angst haben oder hadern, sieht sie das heute anders: „Älterwerden ist ein Privileg.“ Wir sprechen darüber, warum viele Frauen mit dem Älterwerden kämpfen, wie sich die Yoga-Praxis im Laufe des Lebens verändert und warum Kraft, Beweglichkeit und mentale Stabilität immer wichtiger werden. Besonders schön finde ich ihren Zugang, dass Yoga sich an den Menschen anpassen darf und nicht umgekehrt. Yoga im Stift St. Florian Ein ganz besonderer Teil ihres Weges ist auch der Ort, an dem sie heute unterrichtet. Mitten im beeindruckenden Stift St. Florian hat sie ihr Yoga-Zuhause gefunden. Dort organisiert sie nicht nur regelmäßige Klassen, sondern auch Workshops, Konzerte und Yoga-Veranstaltungen. Man merkt im Gespräch sehr schnell, wie wichtig ihr Begegnung geworden ist. Nicht Leistung.Nicht Perfektion.Sondern echte Verbindung zwischen Menschen. Was wir aus dieser Folge mitnehmen können Diese Episode erinnert daran, dass Yoga weit mehr sein kann als nur Bewegung. Es kann ein Werkzeug sein, um: mit Krisen umzugehen Gedanken zu beruhigen den eigenen Körper wieder besser wahrzunehmen resilienter zu werden und bewusster durchs Leben zu gehen Und vielleicht ist genau das einer der wichtigsten Punkte dieser Folge: Es geht nicht darum, perfekt zu sein.Sondern darum, immer wieder in Verbindung mit sich selbst zu kommen. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du mehr über Sabine erfahren möchtest: https://www.yoga-ensemble.at/ Mein kostenloser "Sag es Richtig"-Guide:https://peterpoeckh.short.gy/yoga-guide Wenn dir die Folge gefällt, freue ich mich sehr über eine Bewertung, dein Feedback oder deine Fragen.
- Yoga ohne Ausweichen
Was wir über Emotionen wirklich lernen können „Es geht nicht darum, Gefühle zu vermeiden, sondern ehrlich mit ihnen umzugehen.“ In der aktuellen Folge von Yogatherapie bewegt spreche ich mit Moritz Ulrich über ein Thema, das im Yoga oft unterschätzt wird: den Umgang mit unangenehmen Emotionen. Denn während viele Yoga mit Ruhe, Entspannung und Ausgleich verbinden, zeigt dieses Gespräch eine andere Seite. Eine ehrlichere. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du in deinem Unterricht sprachlich präziser richtig werden möchtest, sieh dir gerne meinen kostenlosen Guide "Sag es richtig" an. Der Einstieg ins Yoga – ganz anders als erwartet Moritz kam schon sehr früh mit Yoga in Kontakt, allerdings nicht über die körperliche Praxis. Sein Zugang war zunächst philosophisch.Fragen nach Sinn, nach Bewusstsein und nach Dingen, die sich nicht sofort erklären lassen. Die Asanas kamen erst später. Und genau das prägt bis heute seinen Zugang. Yoga ist nicht immer angenehm Ein spannender Punkt im Gespräch ist die Rolle von Herausforderung im Yoga. Im Jivamukti Yoga wird bewusst mit Elementen gearbeitet, die viele nicht sofort mit Yoga verbinden: laute Musik intensive Praxis körperliche Anstrengung emotionale Reaktionen Warum? Weil genau das eine Vorbereitung auf den Alltag sein kann. Nicht in einer stillen, perfekten Umgebung ruhig zu bleiben, ist einfach, aber mitten im Leben, mit Reizen von außen, den eigenen Zustand zu halten, ist die eigentliche Herausforderung. Was ist Spiritual Bypassing? Ein zentraler Begriff im Gespräch ist Spiritual Bypassing. Gemeint ist damit, dass wir Spiritualität nutzen, um unangenehmen Gefühlen auszuweichen. Typische Beispiele sind: „Ich bin darüber schon hinaus“ „Das betrifft mich nicht mehr“ „Ich bin schon im höheren Bewusstsein“ Das Problem dabei ist nicht die Spiritualität selbst, sondern die Funktion, die sie übernimmt. Sie wird zu einer Art Schutzmechanismus. Anstatt sich mit Wut, Angst oder Zweifel auseinanderzusetzen, werden diese Gefühle „schön verpackt“ und zur Seite geschoben. Warum das langfristig nicht funktioniert Moritz beschreibt sehr klar, dass dieser Weg zwar kurzfristig angenehm sein kann, langfristig aber nicht weiterführt. Denn das, was nicht angeschaut wird, bleibt bestehen. Vielleicht ruhiger, vielleicht versteckter, aber es verschwindet nicht. Deshalb ist für ihn ein wichtiger Teil der Praxis: Hinsehen statt ausweichen. Der Umgang mit eigenen Emotionen Spannend ist auch, wie Moritz selbst damit umgeht. Er beschreibt sich als jemand, der Gefühle durchaus direkt zeigt.Aber gleichzeitig auch schnell wieder loslassen kann. Was ihm dabei hilft: Emotionen bewusst wahrnehmen sie durch den Körper durchlaufen lassen Situationen im Nachhinein reflektieren neue Reaktionen gedanklich durchspielen Ein Ansatz, der sehr praxisnah ist und zeigt, dass es nicht um „perfekte Gelassenheit“ geht, ondern um einen bewussten Umgang. Yoga als Weg – nicht als Ausrede Ein wichtiger Gedanke aus dem Gespräch: Yoga kann ein Werkzeug sein, um sich selbst besser zu verstehen. Oder eine Möglichkeit, sich selbst auszuweichen. Der Unterschied liegt in der Intention. Warum übe ich? Was möchte ich wirklich vermeiden oder erreichen? Diese Fragen sind oft entscheidender als die Praxis selbst. Mein Fazit Dieses Gespräch zeigt sehr deutlich, dass Yoga nicht nur aus ruhigen Momenten besteht. Sondern auch aus Reibung. Aus Emotionen. Und aus ehrlicher Auseinandersetzung. Vielleicht ist genau das der Teil, der oft fehlt. Nicht nur zur Ruhe kommen. Sondern auch lernen, mit dem Unangenehmen umzugehen. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du mehr über Moritz erfahren möchtest: https://peaceyoga.de/ http://instagram.com/downdogberlin
- Selbstwert statt Perfektion
Was wir von Barbra Noh lernen können „ Alles ist perfekt, so wie es ist, auch wenn du das gerade nicht sehen kannst.“ In der aktuellen Folge von Yogatherapie bewegt spreche ich mit Barbra Noh über einen Weg, der viele Facetten hat und gleichzeitig für viele Menschen überraschend nahbar ist. Denn auch wenn Barbra heute zu den bekanntesten Yoga-Lehrerinnen im deutschsprachigen Raum zählt, beginnt ihre Geschichte ganz woanders. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du in deinem Unterricht sprachlich präziser richtig werden möchtest, sieh dir gerne meinen kostenlosen Guide "Sag es richtig" an. Zwischen Leistung und Selbstzweifel Barbra wuchs in Australien auf, in einer koreanischen Kampfsportfamilie. Disziplin, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen waren von Anfang an Teil ihres Lebens. Später führte sie ihr Weg in den professionellen Tanz. Ballett, eine Welt, die stark von Perfektion geprägt ist. Eine Welt, in der Bewertung zum Alltag gehört. Und genau dort begann ein innerer Konflikt. Nicht gut genug zu sein. Sich ständig vergleichen zu müssen. Sich selbst immer wieder kritisch zu hinterfragen. Ein Gefühl, das viele kennen, auch weit außerhalb der Tanzwelt. Warum sie zum Yoga gekommen ist Interessant ist, dass Barbra nicht wegen der körperlichen Praxis zum Yoga gefunden hat. Nicht wegen Beweglichkeit. Nicht wegen Fitness. Und auch nicht, weil sie einen neuen Beruf gesucht hat. Sondern aus einem ganz einfachen Gedanken heraus: „Ich möchte nicht mein ganzes Leben so verbringen, dass ich mich schlecht fühle.“ Yoga wurde für sie zu einem Zugang, um sich selbst anders zu erleben. Nach den ersten Stunden waren es oft nur wenige Momente, in denen plötzlich Ruhe da war. Ein Gefühl, dass alles gerade so in Ordnung ist. Genau dort hat sich etwas verändert. Vom Außen ins Innen Ein entscheidender Unterschied zum Tanz war für sie der fehlende Spiegel. Im Yoga ging es plötzlich nicht mehr darum, wie etwas aussieht. Sondern darum, wie es sich anfühlt. Diese Verschiebung vom Außen ins Innen hat nicht nur ihre Anusara-Praxis verändert, sondern auch ihre Arbeit als Lehrerin. Ihr Ziel ist heute klar: Menschen dabei zu unterstützen, eine freundlichere Beziehung zu ihrem eigenen Körper aufzubauen. Der Umgang mit Bewertung Ein zentrales Thema im Gespräch ist Bewertung. Bewertung von außen, durch andere. Und Bewertung von innen, durch die eigene Stimme. Barbra beschreibt sehr klar, dass beide Ebenen zusammenwirken und sich gegenseitig verstärken können. Der Weg daraus ist kein schneller. Aber er beginnt oft damit, diese Muster überhaupt zu erkennen. Zwei neue Hüften und trotzdem Yoga Ein besonders eindrucksvoller Teil ihrer Geschichte ist ihre körperliche Entwicklung. Mit 36 Jahren wurde ihr bereits geraten, beide Hüften operieren zu lassen. Für viele wäre das ein harter Einschnitt gewesen. Sie hat sich damals dagegen entschieden und konnte die Operation durch ihre Anusara-Praxis viele Jahre hinauszögern. Erst 16 Jahre später hat sie sich schließlich operieren lassen. Heute lebt und praktiziert sie mit zwei neue Hüften, schmerzfrei und mit einer neuen Perspektive auf ihren Körper. Was sie dabei sehr ehrlich anspricht: Es war nicht einfach. Und es war auch ein Prozess, das für sich anzunehmen. Aber rückblickend sagt sie klar: Diese Entscheidung hat ihr Lebensqualität zurückgegeben. Was Yoga wirklich bedeutet Für Barbra geht es im Yoga nicht um Perfektion. Und auch nicht darum, immer besser zu werden. Sondern darum, sich selbst zu verstehen. Zu erkennen, wann man sich antreibt. Und wann es vielleicht sinnvoller wäre, loszulassen. Diese Balance beschreibt sie selbst als ihre Lebensaufgabe. Mein Fazit Dieses Gespräch zeigt sehr deutlich, dass Yoga nicht nur auf der Matte stattfindet. Es geht um Selbstwert. Um den Umgang mit Druck. Und um die Frage, wie wir mit uns selbst sprechen. Barbras Geschichte ist kein perfekter Weg. Aber genau das macht sie so wertvoll. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du mehr über Barbara erfahren möchtest: https://barbranohyoga.com/
- Stabilität oder Mobilität, was dein Körper im Yoga wirklich braucht
mit Dr. Peter Poeckh „ Nicht jede Region im Körper braucht das Gleiche. Manche wollen Stabilität, andere Beweglichkeit.“ In dieser Spezialfolge von Yogatherapie bewegt gibt es ausnahmsweise keinen Gast, sondern eine Solo-Episode zu einem Thema, das im therapeutischen Yoga aus meiner Sicht eine zentrale Rolle spielt: Wann sollten wir im Körper eher auf Stabilität setzen und wann auf Mobilität? Diese Frage klingt im ersten Moment vielleicht technisch. In Wahrheit steckt darin aber ein ganz wesentlicher Schlüssel für eine gesunde, sinnvolle und individuell angepasste Yoga-Praxis. Denn gerade im Yoga begegnen mir immer wieder sehr unterschiedliche Vorstellungen. Die einen sehen Yoga vor allem als Weg zu mehr Beweglichkeit und Dehnung. Die anderen betonen Kraft, Muskelaufbau und Stabilität. Und dann gibt es noch viele Mythen dazwischen, die eher für Verwirrung sorgen als für Klarheit. Genau deshalb wollte ich dieser Frage einmal eine ganze Folge widmen. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du diese Zusammenhänge noch klarer vor Augen haben möchtest, habe ich passend zur Folge einen kostenlosen Yoga Anatomie Leitfaden erstellt. Warum Anatomie im Yoga so wichtig ist Yoga ist natürlich viel mehr als nur Körperarbeit. Es hat viele Ebenen und viele Zugänge. Gleichzeitig ist mein eigener Schwerpunkt seit vielen Jahren der körperliche und anatomische Zugang, also die Frage, wie wir Bewegung so gestalten können, dass sie dem Körper wirklich guttut. Denn die funktionelle Anatomie gilt nicht nur fürs Yoga. Sie gilt für alle Bewegungsformen. Muskeln, Sehnen, Faszien, Bänder und Gelenke funktionieren nach bestimmten Prinzipien, egal ob wir auf der Matte stehen, spazieren gehen oder Krafttraining machen. Was sich allerdings massiv verändert hat, ist unser Alltag. Unser Körper ist als Bewegungsapparat gedacht, nicht als Sitzapparat. Genau darin liegt eines der großen Probleme unserer Zeit. Viele Menschen verbringen den Großteil des Tages sitzend. Andere stehen sehr lange. Beides ist auf Dauer nicht ideal. Was der Körper eigentlich braucht, ist regelmäßige, abwechslungsreiche Bewegung. Und genau hier hilft uns ein anatomisches Grundprinzip weiter. Das Stabilitäts Mobilitäts Muster im Körper Wenn wir den Körper von unten nach oben betrachten, erkennen wir ein spannendes Muster. Bestimmte Regionen sind eher für Stabilität gemacht, andere eher für Mobilität. Dieses Prinzip zieht sich fast durch den ganzen Körper. Der Fuß braucht vor allem Stabilität, weil er unser Fundament bildet. Das Sprunggelenk sollte gut beweglich sein und mehrere Bewegungsrichtungen zulassen. Das Knie braucht wieder mehr Stabilität. Es kann zwar leicht rotieren, ist aber grundsätzlich kein Gelenk, das auf große Rotationsfreiheit ausgelegt ist. Die Hüfte dagegen sollte in mehrere Richtungen beweglich bleiben, also beugen, strecken, nach innen und außen drehen und auch zur Seite gut arbeiten können. Die Lendenwirbelsäule ist eher ein Stabilitätssegment. Genau das wird in der Yoga-Praxis oft übersehen, besonders bei Rückbeugen. Die Brustwirbelsäule darf deutlich beweglicher sein und unterstützt Rotation, Seitneigung und Streckung. Die Schulter braucht viel Beweglichkeit, während der Ellbogen wieder mehr Stabilität verlangt. Das Handgelenk wiederum sollte gut beweglich bleiben. Dieses abwechselnde Prinzip hilft enorm, um besser zu verstehen, warum bestimmte Beschwerden überhaupt entstehen. Wenn das Muster gestört wird Problematisch wird es immer dann, wenn wir von einer Region etwas verlangen, wofür sie eigentlich nicht gedacht ist. Ein klassisches Beispiel ist das Knie. In manchen Yoga-Haltungen wird das Knie durch Stellung von Fuß und Hüfte in eine stärkere Rotation gebracht, als ihm guttut. Kurzfristig mag das vielleicht noch gutgehen. Wird es aber oft wiederholt, kann genau daraus auf Dauer eine Überlastung entstehen. Ein anderes Beispiel ist der untere Rücken. Viele Menschen holen sich in Rückbeugen sehr viel Bewegung aus der Lendenwirbelsäule, obwohl diese Region anatomisch eher Stabilität braucht. Was dann oft fehlt, ist Beweglichkeit in der Hüfte oder Brustwirbelsäule und gleichzeitig Kraft in den stabilisierenden Muskeln rund um die Wirbelsäule. Das Ergebnis kennen viele: Druckgefühl, Spannung, Überlastung oder Schmerzen im unteren Rücken. Warum der Hüftbeuger so oft mitmischt Ein Muskel, der in diesem Zusammenhang fast immer auftaucht, ist der Hüftbeuger . Durch das viele Sitzen ist er bei den meisten Menschen deutlich verkürzt oder zumindest ständig in einer erhöhten Spannung. Genau das zieht das Becken und damit auch die Lendenwirbelsäule nach vorne. Es entsteht ein übermäßiges Hohlkreuz. Die Folgen bleiben selten auf diese eine Region beschränkt. Der obere Rücken geht in die Gegenbewegung, die Schultern kippen nach vorne, die Halswirbelsäule muss ausgleichen. So entsteht Schritt für Schritt ein Haltungsmuster, das Spannung im ganzen Körper aufbaut. Deshalb lohnt es sich im Yoga fast immer, den Körper als Ganzes zu betrachten und nicht nur die Region, die gerade Beschwerden macht. Schmerz heißt nicht automatisch kräftigen Ein ganz wichtiger Punkt dieser Folge ist die Unterscheidung zwischen strukturellen und funktionellen Ursachen von Schmerzen. Strukturelle Ursachen wären zum Beispiel ein Knochenbruch, eine Arthrose, ein Bandscheibenvorfall oder eine andere Veränderung, die man in der Bildgebung sehen kann. Viel häufiger sind allerdings funktionelle Ursachen. Also Beschwerden, die vor allem mit Spannung, muskulären Dysbalancen, faszialen Verklebungen, Fehlbelastung oder ungünstigen Bewegungsmustern zu tun haben. Und genau hier wird oft der entscheidende Fehler gemacht. Wenn eine Region bereits schmerzhaft ist und dort ohnehin schon zu viel Spannung herrscht, dann macht es oft wenig Sinn, sofort noch mehr Spannung durch Kräftigung hineinzubringen. In so einer Phase ist es meist sinnvoller, zuerst zu mobilisieren, zu entlasten, zu lösen und wieder mehr Beweglichkeit herzustellen. Ist die schmerzhafte Phase vorbei oder handelt es sich um eine Region, die anatomisch primär Stabilität braucht, dann wird Kräftigung wieder wichtiger. Diese Unterscheidung ist zentral, gerade auch für Yoga-Lehrende. Yoga an den Menschen anpassen, nicht umgekehrt Für mich ist therapeutisches Yoga kein starres System und auch kein Dogma. Es geht nicht darum, Asanas möglichst perfekt nach einem festen Bild auszuführen. Es geht darum, Yoga an den jeweiligen Menschen anzupassen. Jeder Körper bringt andere Voraussetzungen mit. Manche Menschen sind von Natur aus sehr beweglich, andere deutlich stabiler gebaut. Manche neigen eher zu Verspannungen, andere eher zu Instabilität. Manche haben Schmerzen, andere sind beschwerdefrei, möchten aber vorbeugend üben. Genau deshalb braucht es im Yoga keine Einheitslösung, sondern ein gutes Verständnis dafür, wann Kraft sinnvoll ist und wann Beweglichkeit wichtiger wird . Das ist für mich einer der wichtigsten Bausteine einer modernen, gesunden Yoga-Praxis. Mein Fazit Wenn wir verstehen, dass sich im Körper Stabilität und Mobilität sinnvoll abwechseln, können wir Yoga viel klüger aufbauen. Wir beginnen dann, nicht mehr einfach nur „mehr Dehnung“ oder „mehr Kraft“ zu fordern, sondern schauen genauer hin: Was braucht diese Region wirklich? Was fehlt gerade? Und was würde den Körper langfristig eher entlasten als überfordern? Genau dort beginnt aus meiner Sicht ein intelligenter Yoga-Unterricht. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du diese Zusammenhänge noch klarer vor Augen haben möchtest, habe ich passend zur Folge einen kostenlosen Yoga Anatomie Leitfaden erstellt.
- Face Yoga: Warum unser Gesicht mehr Aufmerksamkeit verdient
Ein Gespräch mit Claudia Granig „Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, das eigene Gesicht wertzuschätzen.“ In der aktuellen Folge meines Podcasts Yogatherapie bewegt spreche ich mit Claudia Granig über ein Thema, das auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich wirkt, bei genauerem Hinsehen aber erstaunlich viel mit Körperwahrnehmung, Spannung, Ausstrahlung und innerem Erleben zu tun hat: Face Yoga . Claudia ist Expertin für Face Yoga und zeigt auf sehr verständliche Weise, dass unser Gesicht weit mehr ist als nur das, was wir im Spiegel sehen. Es ist Ausdruck unserer Gewohnheiten, unserer Mimik, unserer Haltung und oft auch unserer inneren Anspannung. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wie Claudia selbst zu Face Yoga gefunden hat Der Einstieg in ihre eigene Praxis begann mit einem sehr ehrlichen Moment. Claudia bemerkte auf Fotos eine starke Spannung im Gesicht, die gar nicht dem entsprach, wie sie sich innerlich wahrnahm. Sie fühlte sich nicht verhärtet oder verkrampft, aber genau das spiegelte ihr Gesicht wider. Aus einem ersten Interesse wurde rasch viel mehr. Statt den Weg Richtung Botox weiterzuverfolgen, begann sie mit Face Yoga und stellte fest, dass diese Praxis nicht nur muskulär wirkt, sondern auch das eigene Selbstbild verändert. Es ging plötzlich nicht mehr nur um eine Falte. Es ging um Wahrnehmung, Selbstfürsorge und den Blick auf sich selbst. Was sich im Gesicht wirklich zeigt Ein spannender Punkt in unserem Gespräch war die Frage, warum manche Menschen vital, offen und positiv sind und trotzdem angespannt oder müde wirken. Claudia beschreibt sehr anschaulich, dass das Gesicht über Jahre Gewohnheiten speichert. Dazu zählen: wiederkehrende Mimik Spannungen im Schulter Nacken Bereich Fehlhaltungen des Kopfes Stressmuster unbewusste muskuläre Überaktivität Gerade deshalb ist Face Yoga für sie keine oberflächliche Methode, sondern eine Form der Auseinandersetzung mit dem eigenen Ausdruck. Denn häufig zeigt das Gesicht nicht nur, wie wir aussehen, sondern auch, wie wir uns im Laufe der Zeit körperlich organisiert haben . Muskeln, Faszien, Lymphe: Das Gesicht ist viel aktiver als viele denken Im Gespräch wurde auch schnell klar, dass wir dem Gesicht in unserer Körperpraxis oft viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Wir trainieren Rücken, Beine, Bauch und Schultern. Aber das Gesicht? Das wird meist nur gepflegt, eingecremt oder möglichst kaschiert. Dabei gibt es dort eine erstaunlich aktive Muskulatur. Claudia erklärt, dass wir vom Schlüsselbein aufwärts überall Muskeln haben und dass diese Strukturen einen spürbaren Einfluss auf Spannung, Ausdruck und Beweglichkeit im Gesicht haben. Auch ergänzende Methoden wie Gua Sha und Schröpfen spielen in ihrer Arbeit eine Rolle. Beide können dabei helfen, Spannungen zu lösen, die Durchblutung anzuregen und das Gewebe bewusster wahrzunehmen. Zwischen innerem Erleben und äußerem Ausdruck Besonders interessant fand ich den Zusammenhang zwischen Emotion, Mimik und Muskelspannung. Gefühle zeigen sich in Millisekunden im Gesicht. Wenn bestimmte Spannungsmuster über lange Zeit bestehen bleiben, kann daraus ein Kreislauf entstehen: Emotion erzeugt Mimik, Mimik erzeugt muskuläre Spannung und diese Spannung wirkt wiederum auf unser inneres Empfinden zurück. Genau hier setzt Face Yoga an. Nicht als schneller Trick, sondern als tägliche Praxis, mit der man wieder mehr Einfluss auf den eigenen Ausdruck gewinnen kann. Face Yoga oder Botox? Natürlich haben wir auch über Botox gesprochen. Claudia hat dazu eine klare Haltung. Nicht verurteilend, aber bewusst. Für sie liegt der große Unterschied vor allem in der Selbstwirksamkeit . Während Botox ein Eingriff von außen ist, versteht sie Face Yoga als einen Weg, selbst aktiv zu werden, den eigenen Alterungsprozess bewusst zu begleiten und sich nicht nur auf einen kurzfristigen Effekt zu verlassen. Das bedeutet nicht, dass dieser Weg für alle der richtige sein muss. Aber für viele Frauen, so schildert Claudia, wird Face Yoga zu einer Praxis, die weit über das Gesicht hinausgeht. Es geht um die Frage: Wie möchte ich mit mir selbst umgehen? Und: Wie möchte ich mich in meinem eigenen Gesicht wahrnehmen? Eine kleine Übung mit großer Wirkung Am Ende der Folge zeigt Claudia auch zwei einfache Übungen für den Bereich zwischen den Augenbrauen, also genau dort, wo sich bei vielen Menschen Spannung sammelt. Schon das sanfte Massieren dieser Region und das bewusste Lösen der Muskulatur kann ein erstaunlich angenehmes Gefühl erzeugen. Die Stirn wirkt freier, der Blick offener und das ganze Gesicht entspannter. Es sind genau diese kleinen Erfahrungen, die zeigen, warum Face Yoga für viele mehr ist als ein Trend. Mein Fazit zur Folge Für mich war diese Episode eine echte Bereicherung, weil sie ein Thema aufgreift, das viele vielleicht zunächst in die Beauty Ecke stellen würden, das aber bei genauerem Hinsehen sehr viel mit Körperbewusstsein, Spannung, Gewohnheiten und Selbstbild zu tun hat. Face Yoga erinnert daran, dass auch das Gesicht Teil unserer körperlichen Praxis sein darf. Nicht aus Eitelkeit. Sondern aus Achtsamkeit. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music 👉 Mehr über Claudia: https://faceyoga.cc
- Was Yoga wirklich verändern kann
Ein Gespräch mit Helga Baumgartner Manche Wege beginnen mit Stress. Bei Helga war es eine hochbelastete Jugendzeit. Später ein forderndes Architekturstudium. Viel Druck, viel Ambition, viel Yang. Yoga war zunächst kein spiritueller Weg – sondern Selbstregulation. Ein Versuch, besser zu schlafen. Ruhiger zu werden. Funktionieren zu können. Und genau das ist spannend. Denn viele von uns kommen über den Körper ins Yoga. Über Spannung. Über Erschöpfung. Über das Gefühl, dass „irgendetwas fehlt“. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Übrigens, ich würde mich sehr freuen, wenn du für unseren kleinen aber feinen Podcast deine Stimme beim Ö3-Podcast Award als Podcast des Jahres abgeben würdest. Vielen lieben Dank! Architektur und Anatomie – zwei Welten, ein Prinzip Helga hat Architektur studiert. Tragwerkslehre, Statik, Druck- und Zugverhältnisse. Was sie dort gelernt hat, erkennt sie heute im Körper wieder: Tensegrity-Modelle. Druckstäbe. Zugverbindungen. Belastungslinien. Die Maschine muss laufen, sagt sie. Und doch stellt sich irgendwann eine andere Frage: Wohin fährt dieses „Auto“, das so perfekt konstruiert ist? Hier beginnt Yoga. Vom Yang ins Yin Helga beschreibt sich selbst als ambitioniert. Leistungsorientiert. Zielgerichtet. Das brachte sie auch mit auf die Matte. Mehr Tiefe. Mehr Kraft. Mehr Fortschritt. Bis sie Yin Yoga für sich entdeckte. Nicht beim ersten Mal. Da war Widerstand. Kampf. Intensität. Aber beim zweiten Mal kam etwas anderes. Loslassen. „Für mich lag das Glück im Loslassen.“ Dieser Moment war ein Wendepunkt. Nicht nur in der Praxis – sondern im Leben. Nicht immer alles durch Tun regeln zu müssen. Nicht alles optimieren zu wollen. Sondern sein zu dürfen. Muss ich nach Indien? Helga hat ihre spirituelle Lehrerin im Himalaya gefunden. Eine Begegnung, die sie tief berührt hat. Aber sie sagt klar: Wir müssen nirgendwo hin. Tägliche Wiederholung ist der Schlüssel. Abhyasa. Wiederholung. Wiederholung. Ein Blick in die Bhagavad Gita. Ein paar Minuten Meditation. Eine bewusste Asana-Praxis. Ein Mantra. Ein Atemzug. Nicht die große Erleuchtung im Ashram. Sondern der tägliche Tropfen. Asana oder Meditation – was ist wichtiger? Helga stellt nichts über etwas anderes. Die Maschine braucht Bewegung. Gefäße brauchen Unterstützung. Muskeln brauchen Aktivität. Aber: Wohin führt mich meine Praxis? Ein Handstand kann faszinieren. Ein tiefer Backbend kann fordern. Aber wenn das Ziel nur Leistung ist, dreht sich das Auto im Kreis. Die Intention entscheidet. Warum mache ich das? Einstieg über den Körper Ein schöner Gedanke aus unserem Gespräch: „Man muss den Einstieg erleichtern – und der ist für die Allermeisten über den grobstofflichen Körper.“ Das sehe ich ganz ähnlich. Der Körper ist greifbar. Spürbar. Direkt. Und wenn wir dranbleiben, öffnet sich oft ganz von selbst die nächste Tür. Yoga ist kein Rückzug vom Leben Helga geht joggen. Langlaufen. Paddeln. Macht Krafttraining, ist gerne draußen in der Natur. Yoga bedeutet für sie nicht, sich aus der Welt zurückzuziehen sondern bewusster in ihr zu stehen. Mit Bewegung. Mit Achtsamkeit. Mit Loslassen. Diese Folge ist für alle, – die viel leisten – die viel denken – die viel wollen Und die vielleicht spüren, dass da noch etwas anderes möglich ist. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music 👉 Mehr über Helga: https://www.yinplusyoga.de/ Wenn dir die Episode gefallen hat, freue ich mich über 5 Sterne und über deine Gedanken auf Social Media. Übrigens, ich würde mich sehr freuen, wenn du für unseren kleinen aber feinen Podcast deine Stimme beim Ö3-Podcast Award als Podcast des Jahres abgeben würdest. Vielen lieben Dank!
- Hormon-Yoga: Das Orchester der Botenstoffe neu dirigieren
Ein Gespräch mit Claudia Zimmermann Hormone sind die unsichtbaren Regisseure unseres Wohlbefindens. Sie steuern unseren Stoffwechsel, unsere Stressreaktion und unsere Fortpflanzung. Doch was passiert, wenn dieses fein abgestimmte Orchester aus dem Takt gerät? In der neuesten Podcast-Folge spreche ich mit Dr. Claudia Zimmermann darüber, wie Yoga helfen kann, das hormonelle Gleichgewicht wiederzufinden. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Übrigens, ich würde mich sehr freuen, wenn du für unseren kleinen aber feinen Podcast deine Stimme beim Ö3-Podcast Award als Podcast des Jahres abgeben würdest. Vielen lieben Dank! Vielleicht kennst du das: Du fühlst dich ohne ersichtlichen Grund erschöpft, die Stimmung schwankt, oder der Schlaf will sich einfach nicht einstellen. Oft suchen wir die Ursache im Außen, dabei liegt sie manchmal in den winzigen Botenstoffen unseres eigenen Körpers. Wenn das Gleichgewicht kippt Ein hormonelles Ungleichgewicht zeigt sich selten durch nur ein einziges, klares Symptom. Es ist eher wie ein Puzzlespiel, bei dem wir, fast wie Kriminaldetektive, verschiedene Zeichen zusammensetzen müssen. Zu den häufigsten Anzeichen gehören: Energie & Psyche: Anhaltende Müdigkeit, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen. Körperliche Marker: Unerklärliche Gewichtsschwankungen, Hautveränderungen oder Haarausfall. Zyklus & Libido: Unregelmäßige Zyklen, PMS oder der Verlust der Lust. Hormon-Yoga: Mehr als nur körperliche Übung Seit Dinah Rodriguez ist das Thema Hormon-Yoga in aller Munde. Doch was steckt wirklich dahinter? Dr. Claudia Zimmermann betont, dass es weniger darum geht, den Hormonspiegel "mit Gewalt" zu pushen, sondern vielmehr darum, die Symptome einer Dysbalance drastisch zu verbessern. Im Hormon-Yoga nutzen wir eine Kombination aus: Gezielten Asanas: Diese fördern die Durchblutung und stimulieren direkt die hormonbildenden Drüsen. Pranayama: Intensive Atemtechniken (wie die "Feueratmung" Bastrika) bringen Energie in das System. Visualisierung: Die Kraft der Gedanken wird genutzt, um die Lenkung der Energie im Körper zu unterstützen. Besonders spannend: Studien zeigen, dass dynamische Stile wie Vinyasa oder Power Yoga hier oft weniger bewirken als langsamere, achtsamere Praktiken, die intensiv mit Meditation und Atem arbeiten. Ein Geheimtipp für die Stressachse: Lach-Yoga Wenn es speziell um Stresshormone wie Cortisol geht, hat Claudia einen besonderen Rat: Lach-Yoga . Was im ersten Moment lustig klingt, hat einen harten medizinischen Kern. Regelmäßiges Lachen senkt nachweislich das Stresslevel, stärkt das Immunsystem und kann sogar chronische Schmerzen lindern. Hier gilt das Prinzip: "Fake it until you make it" unser Körper unterscheidet biologisch nicht, ob wir über einen Witz lachen oder eine Lachübung machen. Worauf du achten solltest Hormon-Yoga ist ein kraftvolles Werkzeug, aber kein Allheilmittel für jeden Moment. Wann es hilft: Bei Wechseljahresbeschwerden (wie Hitzewallungen), Zyklusstörungen oder auch bei unerfülltem Kinderwunsch (sowohl bei Frauen als auch bei Männern!). Wann Vorsicht geboten ist: Bei hormonell bedingtem Brustkrebs, fortgeschrittener Endometriose, großen Myomen oder während einer bestehenden Schwangerschaft sollte man auf die intensive Hormon-Yoga-Praxis verzichten. Mein Fazit Yoga bietet uns die wunderbare Chance, wieder in Kontakt mit unseren inneren Prozessen zu treten. Das Schlimmste, was dir beim Ausprobieren passieren kann, ist, dass du besser schläfst, dich entspannter fühlst und dir selbst wertvolle "Me-Time" geschenkt hast. Hör dir die ganze Folge mit Dr. Claudia Zimmermann im Podcast an und erfahre mehr über die faszinierende Verbindung von Ethnomedizin, Schulmedizin und Yoga. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn dir die Episode gefallen hat, freue ich mich über 5 Sterne und über deine Gedanken auf Social Media. Übrigens, ich würde mich sehr freuen, wenn du für unseren kleinen aber feinen Podcast deine Stimme beim Ö3-Podcast Award als Podcast des Jahres abgeben würdest. Vielen lieben Dank! 📍 Mehr zu Claudia Zimmerman findest du hier: https://www.shankari.net/
- Wenn der Körper spricht und wir lernen zuzuhören
Ein Gespräch mit Theresa Wolf Was macht es mit uns, wenn wir den ganzen Tag sitzen, nach vorne gebeugt aufs Handy schauen oder kaum noch bewusst in Bewegung kommen? Und was passiert, wenn wir genau dort ansetzen – nicht mit Leistung, sondern mit kleinen, machbaren Schritten? In der aktuellen Podcastfolge von Yogatherapie bewegt spreche ich mit Theresa Wolf , Psychologin und Sportwissenschaftlerin, über genau diese Fragen. Ein Satz aus unserem Gespräch bringt es auf den Punkt: „Der Körper versteht sofort: hängende Schultern, ich bin traurig.“ 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Körper und Psyche – eine Wechselwirkung Viele kennen den Begriff Psychosomatik: Gedanken, Stress oder Belastungen zeigen sich im Körper. Weniger bewusst ist oft die andere Richtung: Wie sehr unser Körper wiederum unsere Stimmung, unsere Wahrnehmung und unsere Energie beeinflusst. Theresa beschreibt eindrücklich, dass Körperhaltung nicht nur ein äußeres Erscheinungsbild ist, sondern direkt mit unserem inneren Erleben zusammenhängt. Aufgerichtet zu sein verändert nicht nur, wie wir gesehen werden – sondern auch, wie wir uns fühlen. Bewegung muss nicht lang sein Ein zentrales Thema der Folge ist Bewegung im Alltag. Nicht als Pflichtprogramm, nicht als einstündige Einheit, sondern als etwas, das wirklich integrierbar ist. Theresa sagt ganz klar: Eine Minute ist keine Zeit. Und genau deshalb ist sie so wirksam. 60 Sekunden Schultern kreisen. Eine kurze Streckbewegung. Ein paar Atemzüge mit Aufrichtung. Solche kleinen Impulse senken die Hürde – und schaffen etwas Entscheidendes: Kontinuität. Genuss statt Druck Ein weiterer wichtiger Punkt: Bewegung darf sich gut anfühlen. Nicht jeder Tag hat gleich viel Energie. Und genau das sollte auch unsere Bewegung widerspiegeln. An manchen Tagen ist es ein forderndes Training. An anderen ein Spaziergang, Dehnen oder bewusstes Atmen. Theresa spricht hier von Selbstbestimmung und davon, wieder ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln, statt starren Plänen zu folgen. Selbstwirksamkeit als Schlüssel Was mir an diesem Gespräch besonders gefallen hat: der Fokus auf Selbstwirksamkeit. Zu erleben, dass ich selbst etwas verändern kann , über meinen Körper, über Bewegung, über kleine Entscheidungen im Alltag. Das ist nicht nur körperlich wirksam, sondern auch mental stärkend. Für wen ist diese Folge? Diese Episode ist besonders spannend für Menschen mit wenig Zeit Yoga-Lehrer:innen und Trainer:innen alle, die sich müde, angespannt oder energielos fühlen und für jene, die einen realistischen Zugang zu Gesundheit suchen 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn dir die Episode gefallen hat, freue ich mich über 5 Sterne und über deine Gedanken auf Social Media. 📍 Mehr zu Theresa Wolf findest du hier: https://koerpergutakademie.com/
- Warum wir Probleme brauchen
und was das mit Yoga, Kohärenz und Selbstheilung zu tun hat. Ein Gespräch mit Prof. Dr. Gerhard Manchmal sagt jemand einen Satz und du merkst: Der bleibt hängen. Gleich zu Beginn dieser Podcastfolge fällt so ein Satz von Prof. Dr. Gerald Hüther: „Wir brauchen Probleme. Ohne Probleme könnten wir nichts lernen.“ Das klingt erstmal wie eine Provokation, ist aber in Wahrheit ziemlich entlastend. Denn plötzlich ist „Problem haben“ nicht automatisch ein Zeichen von Scheitern, sondern Teil von Entwicklung. Und genau darum dreht sich dieses Gespräch: Was passiert in uns, wenn es schwierig wird? Warum kommt Heilung nicht von außen? Und wie kann Yoga helfen, wieder in eine Art innere Ordnung zu finden, statt im Chaos zu landen? 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wer ist Prof. Dr. Gerald Hüther? Gerald Hüther zählt zu den bekanntesten Hirnforschern im deutschsprachigen Raum. Er beschreibt das Gehirn als Sozialorgan , beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Lernen, Motivation und menschlicher Entwicklung und versucht, Denkweisen aus „Ost“ und „West“ wieder näher zusammenzubringen. Im Gespräch merkt man schnell: Er denkt nicht nur wissenschaftlich, sondern auch sehr lebenspraktisch. Und er scheut sich nicht, Dinge klar auszusprechen. „Es gibt überhaupt nichts anderes als Selbstheilung.“ Einer der stärksten Momente der Folge ist seine klare Haltung zur Heilung. Hüther sagt sinngemäß: Ärztinnen, Therapeuten, Yogalehrende können Bedingungen schaffen. Aber heilen muss der Organismus selbst . Das passt auch zu dem, was viele aus der Praxis kennen: Du kannst Menschen begleiten, erklären, zeigen, Programme bauen. Aber der entscheidende Schritt passiert erst, wenn jemand es wirklich will. Damit landet das Gespräch automatisch bei einer Frage, die im Gesundheitsbereich oft zu wenig gesagt wird: Wie lädt man Menschen ein, statt sie „zu behandeln“? Einladung statt Dienstleistung Hüther unterscheidet sehr deutlich zwischen einem Dienstleistungsverständnis („ich mache etwas mit dir“) und echter Begegnung („wir treffen uns als Menschen“). Sein Punkt ist unbequem, aber stark: Man kann jemanden nur wirklich einladen, wenn man ihn mag, zumindest in dem Sinn, dass man im Gegenüber etwas findet, das man respektiert und sehen kann. Und genau dieses „gesehen werden“ verändert etwas. Hüther beschreibt, dass Begegnung auf Augenhöhe überhaupt erst die Bedingungen schafft, damit sich im System etwas neu sortieren kann. Kohärenz: Wenn wieder alles zusammenpasst Ein zentraler Begriff der Folge ist Kohärenz . Hüther beschreibt Kohärenz als einen Zustand, in dem die Dinge wieder „zusammenpassen“: im Gehirn, im Nervensystem, im Körpergefühl und oft auch in der Beziehung zur Umwelt. In nicht kohärenten Zuständen läuft innerlich alles drunter und drüber. Das kostet enorm viel Energie. Und genau dann, so Hüther, können auch die Systeme, die unsere Regulation steuern (Nervensystem, Hormonsystem, Immunsystem), schlechter arbeiten. Yoga wird hier interessant, weil Yoga oft genau an dieser Stelle ansetzt: weniger „noch schneller“, weniger „noch mehr“, sondern zurück zu Atmung, Wahrnehmung, Fokus. Nicht als Flucht, sondern als Weg, wieder steuerungsfähig zu werden. Ost und West: Rückzug oder Beziehung? Ein spannender Teil des Gesprächs ist der Vergleich zwischen östlichen und westlichen Wegen, um „Einheit“ oder innere Stimmigkeit zu finden. Hüther beschreibt den östlichen Weg eher als Rückzug aus dem Außen, während der westliche Zugang stärker über Beziehung läuft. Dort heißt das Ziel dann nicht Nirvana, sondern Liebe. Ich finde diese Perspektive deshalb so hilfreich, weil sie den Alltag mitdenkt. Nicht jeder kann sich in ein Kloster zurückziehen. Die Frage ist eher: Wie schaffe ich im normalen Leben Momente, in denen ich nicht dauernd reagiere, sondern handlungsfähig bleibe? Gelassenheit: die Fähigkeit, Prozesse zu stoppen Hüther bringt Freiheit auf einen einfachen Nenner: Freiheit heißt nicht, zwischen tausend Optionen wählen zu können. Freiheit heißt, einen laufenden Impuls stoppen zu können, bevor man automatisch handelt. Das kann so banal sein wie „bis zehn zählen“. Oder eine geübte Praxis, die dir wieder Zeit zwischen Reiz und Reaktion schenkt. In Yoga übersetzt: Atmung, Fokus, Körperwahrnehmung. Nicht als Wellness, sondern als Training für den Alltag. Probleme, ja. Aber bitte lösbare. Und jetzt kommt der entscheidende Zusatz aus dem Eingangsstatement. Hüther sagt nicht „macht euch gegenseitig das Leben schwer“, sondern eher: Ja, wir brauchen Herausforderungen. Aber bitte solche, an denen wir wachsen können. Zu viel, zu früh, zu heftig kann kippen. Zu wenig kann genauso problematisch sein, weil dann nichts gelernt wird. Dazwischen liegt dieser Bereich, in dem Entwicklung möglich wird. Schmerz, Aufmerksamkeit und das „Hochschaukeln“ Zum Schluss sprechen wir über Schmerz und darüber, wie sehr Aufmerksamkeit das Erleben verstärken kann, vor allem bei chronischen Themen. Hüther bringt Beispiele wie Tinnitus oder Herpes und erklärt: Wenn es gelingt, die Aufmerksamkeit wirklich zu verlagern, kann sich das System beruhigen. Das ist kein „stell dich nicht so an“, sondern ein Hinweis darauf, wie eng Wahrnehmung, Angst und Körperreaktion miteinander verknüpft sind. Drei Takeaways aus der Folge Heilung ist nicht „von außen machbar“ . Man kann Bedingungen schaffen, aber der Prozess gehört dem Menschen. Kohärenz ist ein Zustand, den man trainieren kann . Yoga kann dabei ein praktischer Weg sein, wieder aus dem inneren Durcheinander rauszukommen. Probleme sind nicht automatisch schlecht . Entscheidend ist, ob sie lösbar sind und ob man daran wachsen kann, statt daran zu zerbrechen. 🎧 Wenn du die Folge noch nicht gehört hast: Hör unbedingt rein. Und wenn du jemanden kennst, der gerade im Stress festhängt, schick sie weiter. Manchmal reicht ein Satz, damit sich etwas neu sortiert. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn dir die Episode gefallen hat, freue ich mich über 5 Sterne und über deine Gedanken auf Social Media. 📍 Mehr zu Prof. Dr. Hüther findest du hier: https://www.gerald-huether.de/
- Tantra Yoga ohne Mythen
Danja Lutz über Nervensystem, Energie und warum Tantra keine Massage ist Es gibt Themen im Yoga, die sind sofort mit Bildern aufgeladen. Tantra ist so eines. Manche denken an Räucherstäbchen, manche an „Geheimwissen“, andere gleich an Sexualität oder Massage. Und genau deshalb wollte ich diese Folge machen. Mein Gast ist Danja Lutz . Sie unterrichtet seit vielen Jahren Yoga, bildet im Bereich Tantra Yoga aus und beschäftigt sich aktuell intensiv mit körperorientierter Traumaarbeit, unter anderem über Somatic Experiencing . Ein Gespräch, das aufräumt, aber nicht belehrt. Sondern sortiert, einordnet und vor allem erklärt, wie Tantra Yoga in der Praxis wirklich aussieht. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wie Yoga bei Danja begonnen hat Danja ist über ihre Schwangerschaft zum Yoga gekommen. Was sie damals sofort gepackt hat, war weniger das „Workout“, sondern die direkte Erfahrung: Energie verändert sich. Und zwar spürbar. Chakras, Vayus, energetische Anatomie. Nicht als Konzept im Kopf, sondern als Wahrnehmung im Körper. Tantra war dann für sie kein exotischer Zusatz, sondern der nächste logische Schritt, weil Tantra sich sehr stark damit beschäftigt, wie Energie geführt, verdichtet und bewusst erlebt werden kann. Was prägende Erfahrungen im Körper hinterlassen Wir sprechen in der Folge darüber, wie Erfahrungen, die in einem Moment zu groß waren, oft als „Reste“ im System bleiben. Danja verbindet das sehr schön mit klassischen Yogabegriffen wie Samskaras und Vasanas. Also mit Mustern, die sich in uns ablagern und unsere Reaktionen prägen, ohne dass wir es merken. Wichtig ist dabei ihr Zugang: Es geht nicht darum, etwas zu erzwingen. Nicht darum, den Körper zu „provozieren“. Sondern darum, ein Setting zu schaffen, in dem Sicherheit entsteht. Wenn das Nervensystem Ruhe erlebt, kann es sein, dass sich Lösungen von selbst zeigen. Typische körperliche Reaktionen im Yoga Aus ihrer Unterrichtspraxis beschreibt Danja sehr konkrete Beispiele. Menschen, die in einer Haltung plötzlich instabil werden. Ein Bein beginnt zu zittern oder „zu scheppern“, obwohl die Person die Asana eigentlich kennt. Es können unwillkürliche Bewegungen auftauchen, die man nicht steuert. Und genau hier wird es spannend, weil viele dann versuchen, sofort wieder Kontrolle herzustellen. Danja sagt im Kern: Wenn es sicher ist und man gut begleitet ist, kann genau dieses Geschehen Teil eines Lösungsprozesses sein. Das gilt nicht nur für Praktizierende, sondern auch für Lehrende. Was Yoga-Lehrende tun können, wenn so etwas in der Stunde passiert Ein Punkt, den ich besonders gut fand: Danja empfiehlt, das nicht zu ignorieren. Nicht so zu tun, als wäre es „peinlich“ oder „komisch“. Sondern es integrierend anzusprechen, ähnlich wie man auch ein Knie-Thema oder eine Überforderung im Schulterbereich anspricht. Ein paar ruhige Sätze können helfen: dass unwillkürliche Reaktionen vorkommen dürfen dass der Atem weich bleibt dass niemand „funktionieren“ muss dass man danach, wenn es passt, kurz sprechen kann Und ja, es hilft, wenn man selbst schon mit dem Thema gearbeitet hat. Aber auch ohne Spezialausbildung kann man im ersten Schritt etwas sehr Einfaches tun: Präsenz, Ruhe, Sicherheit. Warum Tantra manchmal „anders“ riecht Ein sehr anschaulicher Teil im Gespräch: Danja erzählt, dass in tantrisch geprägten, stark energetisch ausgerichteten Settings manchmal ein ganz eigener Schweißgeruch entsteht. Nicht weil es Cardio wäre. Sondern weil es ein intensives, statisches, energetisches Arbeiten ist. Fenster beschlagen, obwohl es langsam ist. Viele sind darüber überrascht. Ihre Deutung: Ein Zeichen, dass im System wirklich etwas in Bewegung kommt. Tantra ist nicht „Tantra Massage“ Dann kommen wir zum großen Missverständnis. Danja erklärt, wie Tantra historisch funktioniert hat: Tantra hat keinen Lebensbereich ausgeklammert, auch den Körper nicht. Sexualität wurde nicht moralisch ausgespart. Aber daraus wurde im Westen oft ein Kurzschluss: Tantra gleich Sexualität. Dazu kamen Einflüsse und „Übersetzungen“ aus dem frühen 20. Jahrhundert, wo Inhalte stark vereinfacht und westlich umgedeutet wurden. Ihr Punkt ist klar: Selbst dort, wo Sexualität in manchen tantrischen Strömungen vorkommt, ist das ein winziger Teil, extrem vorbereitet und hat nichts mit „ich buche mir jetzt eine Erfahrung“ zu tun. Was ist Tantra Yoga, wenn man es wirklich kurz sagt? Danja beschreibt Tantra Yoga als eine Praxis, die Asanas nutzt, um Energie zu verdichten und Unbewusstes sichtbar zu machen. Dazu kommen Techniken, die sehr präzise eingesetzt werden, je nachdem, was auftaucht. Im Kern geht es um Auflösung von Mustern, um Beziehung, Emotionen, Alltag, Ehrlichkeit. Nicht abgehoben. Sondern ziemlich direkt. Oder anders gesagt: Nicht nur auf der Matte „spirituell“ sein, sondern beim Müll runtertragen mit dem Nachbarn auch. Die Essenz dieser Folge Für mich ist diese Episode eine gute Einladung, Yoga wieder als das zu sehen, was es im besten Fall ist: Ein sicherer Raum, in dem wir lernen, mit dem zu sein, was da ist. Ohne sofort eine Geschichte draus machen zu müssen. Ohne schnelle Pflaster. Sondern mit Präsenz. 🎧 Die komplette Folge findest du überall, wo es Podcasts gibt. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn dir die Episode gefallen hat, freue ich mich über 5 Sterne und über deine Gedanken auf Social Media. 📍 Mehr zu Danja und ihren Kursen findest du hier: https://www.danjalutz.at/
- Yoga rund um die Geburt
Mit Hebamme Jutta Wohlrab über Becken, Atem und den klugen Start nach der Schwangerschaft Kaum eine Lebensphase verändert den Körper so deutlich wie Schwangerschaft und Wochenbett. Genau hier kann Yoga helfen, wenn es angepasst wird. Darüber spreche ich mit Jutta Wohlrab , Hebamme mit 40 Jahren Erfahrung, Yogalehrerin, NLP-Trainerin, Hypnose-Therapeutin und TCM-Praktikerin. Ihre Mission: Frauen sicher und gelassen durch Schwangerschaft, Geburt und Rückbildung begleiten. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wer ist Jutta Wohlrab? Jutta hat weltweit gearbeitet, Geburten begleitet und Kurse entwickelt, die Atem, Bewegung und mentale Vorbereitung verbinden. In Australien hat sie früh mit Hormon-Yoga gearbeitet, in Berlin unterrichtet sie Schwangerschafts- und Rückbildungs-Yoga, Hypnobirthing und geburtsvorbereitende Workshops. Häufige Beschwerden – und was im Yoga hilft Die Klassiker: unterer Rücken , Symphyse/Schambein , Hüftregion , dazu Verspannungen im oberen Rücken.Juttas Ansatz im Unterricht: Sanft mobilisieren und entlasten: z. B. Hüftkreise, Beinöffner, fasziale Dehnungen Becken ausrichten: Übungen, die Becken und Bänder auf sanfte Weise ansprechen Atem führt die Bewegung: ruhiger, gleichmäßiger Atem als Taktgeber Entspannung bewusst setzen: geführte Shavasana-Reisen, Bilderarbeit, Körperwahrnehmung „Schwangeren-Yoga darf dynamisch und entspannend sein. Entscheidend ist, wie es sich im Körper anfühlt.“ Spinning Babies und „Alignment“ – Babys im Becken freundlich „einladen“ Ein Teil ihrer Arbeit ist das Ausrichten von Becken und Baby . Ziel: Raum schaffen, Druck reduzieren, die Lage im Becken positiv beeinflussen. Dazu gehören auch simple Alltagspositionen und kurze Sequenzen, die leicht zu Hause umsetzbar sind. Hypnobirthing und Atem Ruhige, wiederholbare Atemmuster und mentale Bilder helfen, bei sich zu bleiben. In Juttas Yogastunden fließen Elemente aus Hypnose und Yoga Nidra ein – kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um Spannung abzugeben. Kaiserschnitt – einordnen und gut begleiten Kaiserschnitte retten Leben. Gleichzeitig ist es eine große Bauch-OP. In der Folge sprechen wir darüber, was danach hilft: ruhiger Start , Bonding fördern , Stillunterstützung suchen, sanftes Bewegen , später gezielt kräftigen. Der Ton ist nicht dogmatisch – es geht um realistische Begleitung . Rektusdiastase: erst Beckenboden, dann Bauch Direkt nach der Geburt gilt: Geduld . In den ersten Wochen bitte keine Crunches oder Druck nach vorne.Der sinnvolle Ablauf: Beckenboden wecken und mit dem Atem koppeln Sanftes „Reißverschluss“-Gefühl Richtung Rippen aufbauen In der Rückbildung zuerst dehnen und ausgleichen , dann stabilisieren Später mit schrägen Bauchmuskeln arbeiten, die die Mitte zusammenführen „Unten stabil, oben ruhig. Erst dann macht Bauchtraining Sinn.“ Hormone und Hormon-Yoga Rund um Schwangerschaft, Wochenbett und später die Wechseljahre spielen Hormone eine zentrale Rolle. Jutta verbindet Yoga, Atem, Ernährung und Routinen, um Regeneration und Balance zu fördern. Das ist kein Versprechen mit Zauberstab, sondern konsequent gelebter Alltag : schlafen, atmen, bewegen, essen, üben. Praktische Tipps aus dem Gespräch Menstruation/Rhythmus beachten: in Ruhephasen sanfter üben, in aktiveren Phasen gerne mehr Kraft Beckenfreundlicher Alltag: häufige Sitzpausen, lockere Hüftmobilisation Mini-Rituale: 5–10 Minuten Atem und Gelenkpflege sind besser als „alles oder nichts“ Hilfe annehmen: Rückbildung, Stillberatung, Physio – frühzeitig vernetzen Keine Eile: Wochenbett ernst nehmen. Der Körper darf Zeit bekommen. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music 📍 Mehr zu Jutta und ihren Kursen findest du hier: https://juttawohlrab.com/
- Zyklusbewusstsein: Warum Frauen ihre Yoga-Praxis anders planen sollten
Ein Gespräch mit Victoria Fandl Viele Frauen spüren es längst: Der Körper folgt einem eigenen Takt. Trotzdem üben wir oft nach starren Plänen. Jeden Dienstag Vinyasa, jeden Donnerstag Kraft, egal wie es uns geht. In meinem Gespräch mit Victoria Fandl wird klar, wie viel leichter und zugleich wirksamer Yoga wird, wenn wir die Praxis an den Zyklus anpassen . 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wer ist Victoria? Victoria lebt in Ubud (Bali) , unterrichtet Yoga und Embodiment und arbeitet seit Jahren mit Frauen. Ihre Kurse verbinden Körperarbeit, Atem, Achtsamkeit und das Bewusstsein für die zyklische Natur . Statt linearer Routinen setzt sie auf intuitive, kreisende, nicht-lineare Bewegungen , die besonders den Becken- und Schoßraum ansprechen. Das Ziel: Spüren statt funktionieren Victoria kommt – wie viele – aus einer Welt voller Leistung und To-dos. Genau deshalb betont sie heute: Es geht nicht darum, jeden Tag dasselbe Programm abzuspulen. Es geht darum, zu spüren , was der Körper gerade braucht, und die Praxis darauf auszurichten. Das ist keine Esoterik, sondern gelebte Nervensystem-Regulation : Atem vertiefen, im Körper landen, Interozeption trainieren – so wird die Matte zum Ort der Beruhigung und Selbststeuerung. Zyklusphasen klug nutzen Ein paar Grundlinien aus unserem Gespräch: Menstruation (Beginn der Blutung) Zeit für Ruhe. Keine intensiven Twists, keine feuernden Atemtechniken wie Kapalabhati, keine Umkehrhaltungen. Unterstütze den Abwärtsfluss (Apana) : sanfte Vorbeugen, weiche Hüftöffnungen, langes Ausatmen, Bodenkontakt. Wer hier Tempo rausnimmt, hat später im Zyklus mehr Energie zur Verfügung. Follikelphase bis Eisprung Energie steigt. Jetzt darf es kräftiger werden: Stabilität für Schultern und Rücken, klare Standhaltungen, dynamische Flows. Wer hier bewusst Kraft und Mobilität kombiniert, profitiert doppelt – auch vorbeugend für Knie, Hüfte und unteren Rücken. Lutealphase Feiner dosieren. Je nach Tagesform gerne erdend und rhythmisch, mit Atemfokus . Kleine Reize ja, aber ohne Überdruck. Ziel: Spannung abbauen, Schlaf und Regeneration vorbereiten. Die 1-%-Regel Statt „alles neu“: Frag dich täglich, wo du heute 1 % zyklischer leben kannst. Eine ruhigere Einheit an Zyklustag 1, fünf Minuten Atemarbeit am Abend, ein bewusstes Nein zu Überstunden. Klein anfangen, dranbleiben. Scham raus, Kontakt rein Ein großes Thema: Scham und Tabus rund um Menstruation, Sexualität und den weiblichen Körper. Wer gelernt hat, „funktionieren“ zu müssen, verliert oft den Zugang zum Spüren. Victorias Ansatz: Entstigmatisierung und freundliche Aufmerksamkeit . Praktisch heißt das: Hilfsmittel verwenden, Positionen anpassen, Pausen erlauben, Erwartungen loslassen. So entsteht Raum für Wohlgefühl und langfristig auch für Beschwerdefreiheit . Wechseljahre mitdenken Beschwerden in der Peri- und Menopause entstehen häufig nicht „plötzlich“, sondern bauen auf Jahren auf, in denen gegen den eigenen Rhythmus gelebt wurde. Wer früher anfängt, den Zyklus zu berücksichtigen, hat später weniger Symptome . Gilt auch für alle, die meinen, sie hätten „keine Zeit“: Fünf ruhige Minuten zu Zyklusbeginn verändern oft mehr als eine volle Stunde im falschen Moment. Konkrete Praxisideen Menstruation : Rückenlage mit erhöhtem Oberkörper, Schmetterling mit Kissen, sanfte Cat-Cow ohne Druck, Atem verlängert aus. Energiephase : Standserie mit Fokus auf Knie- und Hüftachse, bewusste Schulterstabilität vor Chaturanga, kontrollierte Twists. Immer gut : 3–5 Minuten Interozeption : Augen schließen, Atem zählen, Körperpunkte wahrnehmen. Das reguliert und klärt. Fazit Yoga wirkt stärker, wenn er zu dir passt. Zyklusbewusstsein ist dafür ein einfacher, praktischer Schlüssel. Starte klein, beobachte ehrlich, bleib freundlich mit dir. Der Rest ergibt sich. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music ➡️ Infos zu Victoria https://victruyoga.com/ ➡️ Infos zu neuen Yogatherapie Ausbildung











