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- Wenn Yoga zu viel wird. Zwischen Disziplin, Körpergefühl und Loslassen.
Yoga wird oft mit einem besseren Körpergefühl verbunden. Mit mehr Achtsamkeit, Selbstwahrnehmung und einem feineren Gespür für die eigenen Grenzen. Aber was passiert, wenn wir ausgerechnet beim Yoga beginnen, diese Grenzen zu übergehen? Wenn wir eine Übung halten, obwohl der Körper längst ein deutliches Signal gibt? Wenn Regeln wichtiger werden als das eigene Empfinden? Oder wenn Schmerz sogar als Zeichen dafür verstanden wird, dass eine Praxis besonders intensiv oder spirituell wirksam ist? Genau darüber habe ich mit Caroline Eder gesprochen. Sie ist Physiotherapeutin, Heilpraktikerin und Kundalini-Yoga-Lehrerin und verbindet in ihrer Arbeit zwei Perspektiven, die zunächst sehr unterschiedlich erscheinen: die körperlich-anatomische Sicht der Physiotherapie und den energetischen Ansatz des Kundalini-Yoga. Dabei geht es um eine Frage, die weit über Kundalini-Yoga hinausgeht: Wie können wir einer Methode folgen, ohne dabei den Kontakt zu unserem eigenen Körper zu verlieren? 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn Intensität wichtiger wird als der Körper Caroline praktiziert seit rund 20 Jahren Kundalini-Yoga. Dabei werden manche Übungen sehr dynamisch ausgeführt, über längere Zeit gehalten und beispielsweise mit Feueratem kombiniert. Im Laufe ihrer eigenen Praxis hat sie jedoch begonnen, genauer hinzusehen. Was passiert eigentlich mit den Gelenken? Wie ist der Körper in einer Haltung ausgerichtet? Welche Strukturen übernehmen die Belastung? Und ist mehr Intensität tatsächlich immer sinnvoll? Heute geht Caroline deshalb anders an viele Übungen heran. Sie beginnt zunächst mit der körperlichen Ebene. Eine Haltung wird aufgebaut und die Ausrichtung betrachtet. Erst wenn diese Basis stimmt, kommen weitere Elemente hinzu: Atmung, Geschwindigkeit, längeres Halten und damit auch die energetische Intensität. Ich finde diesen Gedanken auch aus yogatherapeutischer Sicht interessant. Denn eine Übung muss ihre Wirkung nicht verlieren, nur weil wir sie an einen Menschen anpassen. Vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall. Wenn der Körper nicht permanent damit beschäftigt ist, eine ungünstige Position zu kompensieren oder gegen Schmerzen anzukämpfen, entsteht möglicherweise erst der Raum, andere Aspekte der Praxis wahrzunehmen. Muss Yoga manchmal wehtun? Damit kommen wir zu einem schwierigen Thema. Denn natürlich bedeutet ein unangenehmes Gefühl nicht automatisch, dass eine Übung falsch ist. Wer eine verkürzte Struktur dehnt, kann das deutlich spüren. Wer nach längerer Zeit wieder beginnt, bestimmte Bewegungen auszuführen, kann ebenfalls an Grenzen kommen. Deshalb wäre auch die Aussage „Yoga darf niemals unangenehm sein“ zu einfach. Entscheidend ist vielmehr: Was für einen Schmerz spüre ich gerade? Warum entsteht er? Und was verändert sich, wenn ich die Bewegung oder meine Ausrichtung verändere? Caroline beschreibt im Gespräch, dass manche Menschen Schmerz in einer Yogahaltung sogar bewusst suchen, weil sie damit die Vorstellung verbinden, etwas lösen oder sich spirituell weiterentwickeln zu müssen. Diesen Gedanken sieht sie heute kritisch. Ein gutes Beispiel dafür ist die Kobra. Wer dabei Schmerzen im unteren Rücken bekommt, könnte zunächst denken: Da muss ich eben durch. Aber vielleicht lohnt sich eine andere Frage: Warum entsteht dieser Schmerz überhaupt? Caroline beobachtet beispielsweise, was passiert, wenn das Becken anders ausgerichtet, der Unterbauch aktiviert und dadurch mehr Länge im unteren Rücken geschaffen wird. Häufig verändert sich dadurch bereits das Empfinden in der Haltung. Und wenn die Ausrichtung mit zunehmender Intensität nicht mehr gehalten werden kann, geht sie wieder ein Stück aus der Position heraus. Das ist für mich ein schönes Beispiel dafür, wie Anatomie unsere Yogapraxis nicht einschränken muss. Sie kann uns helfen, genauer hinzuspüren. Struktur ist hilfreich – bis sie zum Selbstzweck wird Dieses Prinzip findet sich auch in Carolines persönlicher Geschichte wieder. Über viele Jahre hat sie Kundalini-Yoga sehr konsequent praktiziert. Tägliche Praxis, bestimmte Kleidung, ungeschnittene Haare, eine streng yogische Ernährung und feste Routinen gehörten zu ihrem Leben. Sie blickt auf diese Zeit keineswegs nur negativ zurück. Im Gegenteil: Die Struktur habe ihr auch Halt gegeben, und sie beschreibt ihre Dankbarkeit für vieles, was das Kundalini-Yoga in ihr in Bewegung gebracht hat. Mit der Zeit entstand jedoch ein innerer Konflikt. Persönliche Erfahrungen innerhalb ihrer Ausbildung und die bekannt gewordenen Vorwürfe gegen Yogi Bhajan führten dazu, dass sie ihre bisherige Praxis zunehmend hinterfragte. Vieles, dem sie zuvor gefolgt war, fühlte sich für sie nicht mehr stimmig an. Besonders eindrücklich fand ich einen Gedanken aus unserem Gespräch. Caroline beschreibt, dass die vielen Regeln irgendwann nicht mehr zu mehr Lebendigkeit führten. Stattdessen hatte sie zunehmend das Gefühl, wie eine „perfekte Yogini“ zu funktionieren, während ihr Menschsein zu kurz kam. Vielleicht steckt darin eine Frage, die sich jeder von uns gelegentlich stellen kann: Dient mir meine Praxis noch – oder diene inzwischen ich meiner Praxis? Yoga braucht nicht nur Struktur Spannend ist, dass Caroline Struktur keineswegs ablehnt. Als Physiotherapeutin arbeitet sie selbst mit anatomischem Wissen, Ausrichtung und klaren Prinzipien. Aber sie ergänzt diese Struktur bewusst um etwas anderes. Um Freiheit. Um Bewegung, die nicht perfekt sein muss. Um das Ungezwungene und manchmal auch Chaotische. Denn wenn wir ständig versuchen, jede Bewegung exakt „richtig“ auszuführen, kann ebenfalls etwas verloren gehen. Genau hier treffen sich für mich Physiotherapie und Yoga auf eine interessante Weise. Anatomisches Wissen kann Orientierung geben. Aber Anatomie sollte nicht zur nächsten starren Regel werden. Es geht nicht darum, eine perfekte Haltung zu erzeugen. Es geht darum, besser zu verstehen, was eine Haltung in diesem Körper gerade bewirkt. Kann man lernen, wieder auf den eigenen Körper zu hören? Das klingt zunächst einfach. Ist es aber oft nicht. Viele Menschen kommen in eine Yogastunde oder Therapie und erwarten eine klare Anweisung: Mach diese Übung. Halte sie so lange. Atme auf diese Weise. Das kann hilfreich sein. Gerade am Anfang brauchen wir Orientierung. Langfristig stellt sich allerdings eine andere Frage: Können wir lernen, selbst wahrzunehmen, was sich verändert? Caroline versucht deshalb in ihrem Unterricht, unterschiedliche Möglichkeiten anzubieten. Eine Übung kann verändert werden. Die Atmung kann angepasst werden. Manchmal besteht die Einladung einfach darin, dem eigenen Atem zu folgen, anstatt einer äußeren Vorgabe. Damit verändert sich die Rolle einer Übung. Sie ist nicht mehr etwas, das wir möglichst korrekt erfüllen müssen. Sie wird zu einer Möglichkeit, etwas über uns selbst zu erfahren. Becken, Bauch, Herz und Kopf: die „Happy Inner Family“ Für diese Verbindung von Körperwahrnehmung und innerem Erleben verwendet Caroline ein schönes Bild: die „Happy Inner Family“. Sie unterscheidet dabei vier Bereiche: Becken, Bauch, Herz und Kopf. Die Idee dahinter ist nicht, einen dieser Bereiche über die anderen zu stellen. Vielmehr geht es darum, jedem zunächst Aufmerksamkeit zu schenken und anschließend wieder wahrzunehmen, dass alle vier zu einem Ganzen gehören. Dabei verbindet Caroline unterschiedliche Zugänge. Körperliche Arbeit aus Physiotherapie und Faszientherapie steht neben Übungen aus dem Kundalini-Yoga sowie meditativen und energetischen Elementen. Auch hier geht es also nicht um ein Entweder-oder. Nicht Kopf oder Bauch. Nicht Anatomie oder Energie. Nicht Struktur oder Intuition. Sondern darum, diese unterschiedlichen Ebenen wieder miteinander in Kontakt zu bringen. Der Körper ist mehr als der Ort einer Übung Wie wichtig dieser umfassendere Blick sein kann, zeigt auch Carolines eigene Geschichte. Bereits als Jugendliche hatte sie unter Reizdarmbeschwerden gelitten, später kamen unter anderem chronische Blasenentzündungen und Rückenschmerzen hinzu. Über einen Ratgeber kam sie damals überhaupt erst zum Yoga. Yoga wurde für sie ein wichtiger Teil ihres Weges. Sie beschreibt unter anderem, dass ihre Rückenschmerzen besser wurden und die Praxis ihr beim Umgang mit körperlichen Spannungen und ihrem Nervensystem half. Aber Yoga war nicht die einzige Antwort. Sie beschäftigte sich intensiv mit ihrer Ernährung, beobachtete ihre Reaktionen und führte unter anderem ein Tagebuch zu ihren Darmbeschwerden. Zusätzlich nahm sie Verhaltenstherapie in Anspruch, um auch den inneren Druck und andere persönliche Zusammenhänge anzuschauen. Ich finde diese Differenzierung wichtig. Gerade wenn wir von Yoga und Gesundheit sprechen, entsteht schnell der Eindruck, eine bestimmte Praxis müsse nur konsequent genug durchgeführt werden und könne dann alle Probleme lösen. So einfach ist es meistens nicht. Manchmal brauchen wir Bewegung. Manchmal medizinische oder therapeutische Unterstützung. Manchmal müssen wir unsere Gewohnheiten betrachten. Und manchmal müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, warum wir überhaupt so viel Druck auf uns ausüben. Vielleicht ist die eigentliche Praxis das Wahrnehmen Aus meinem Gespräch mit Caroline bleibt deshalb für mich weniger eine bestimmte Technik als eine Haltung. Yoga darf Struktur haben. Es darf intensiv sein. Es darf uns herausfordern. Aber die entscheidende Frage ist nicht, wie lange wir eine Position halten oder wie konsequent wir einer Tradition folgen. Entscheidend ist, ob wir dabei noch wahrnehmen können, was gerade passiert. Denn Selbstverantwortung bedeutet nicht, alles alleine wissen zu müssen. Sie bedeutet vielleicht vielmehr, die eigenen Signale wieder ernst zu nehmen, Fragen zu stellen und eine Praxis an den Menschen anzupassen, statt den Menschen an die Praxis. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du dich für die Yogatherapie interessierst, dann sind vielleicht meine Yogatherapie Grundlagen der ideale Einstieg.
- Ayurveda und Yogatherapie bei Erschöpfung
Vor einigen Jahren wurde im Ayurveda vor allem über Verdauung, Ernährung oder die verschiedenen Doshas gesprochen. Heute rückt ein anderes Thema immer stärker in den Mittelpunkt: chronische Erschöpfung. Vielleicht kennst du das auch aus deinem Umfeld oder sogar von dir selbst. Menschen schlafen ausreichend, ernähren sich bewusst und bewegen sich regelmäßig. Trotzdem fühlen sie sich dauerhaft müde, unkonzentriert oder innerlich getrieben. Die Ursachen dafür sind oft komplex und lassen sich nicht auf einen einzelnen Laborwert oder eine Diagnose reduzieren. Genau darüber habe ich mit der Ärztin, Ayurvedamedizinerin und Yogatherapeutin Dr. med. Wiebke Mohme gesprochen. In unserem Gespräch wird deutlich, warum es sich lohnt, Erschöpfung nicht nur als Symptom zu betrachten, sondern den Menschen als Ganzes in den Blick zu nehmen. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Erschöpfung beginnt oft lange vor dem Burnout Viele verbinden Burnout mit einem plötzlichen Zusammenbruch. In der Praxis entwickelt sich dieser Zustand jedoch häufig über einen längeren Zeitraum. Dr. Wiebke Mohme beschreibt einen einfachen, aber wichtigen Hinweis, auf den sie in ihrer Praxis besonders achtet: Wie geht es einem Menschen morgens nach dem Aufstehen? Und wie fühlt er sich nach einer Pause oder einem freien Wochenende? Kann sich der Körper in diesen Ruhephasen noch erholen, oder bleibt die Erschöpfung bestehen? Genau diese Fragen können erste Hinweise darauf geben, dass die eigenen Regenerationsmechanismen nicht mehr ausreichend greifen. Ayurveda fragt nicht zuerst nach der Diagnose Die moderne Medizin sucht verständlicherweise nach einer möglichst präzisen Diagnose. Ayurveda stellt zunächst eine andere Frage: Was braucht dieser Mensch im Moment? Dabei spielen die bekannten Konstitutionstypen – Vata, Pitta und Kapha – eine wichtige Rolle. Sie beschreiben jedoch keine Schubladen, in die Menschen eingeordnet werden. Vielmehr helfen sie dabei, individuelle Muster zu erkennen und therapeutische Entscheidungen besser an die jeweilige Person anzupassen. Genau deshalb gibt es aus ayurvedischer Sicht auch keine allgemeingültige Yogapraxis für Erschöpfung. Was einer Person guttut, kann für eine andere zu viel sein. Yoga wird dann therapeutisch, wenn es individuell wird Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch unser Gespräch. Yoga ist nicht allein deshalb therapeutisch, weil Asanas oder Atemübungen praktiziert werden. Entscheidend ist vielmehr, ob sie zur aktuellen Situation des Menschen passen. Dr. Wiebke Mohme beschreibt, dass sie ihre Empfehlungen immer an die individuelle Konstitution und den aktuellen Zustand ihrer Patientinnen und Patienten anpasst. Das betrifft nicht nur die Auswahl der Asanas, sondern ebenso Atemtechniken, Entspannungsverfahren und den Umgang mit Belastung im Alltag. Gerade bei chronischer Erschöpfung oder auch bei ADHS können Atemübungen sehr hilfreich sein. Allerdings gilt auch hier: Nicht jede Pranayama-Technik ist für jede Person und jede Situation gleichermaßen geeignet. Entscheidend ist die sorgfältige Auswahl. Ayurveda und Schulmedizin schließen sich nicht aus Ein besonders spannender Aspekt unseres Gesprächs ist der berufliche Weg von Dr. Wiebke Mohme. Als Allgemeinmedizinerin hat sie viele Jahre in einer kassenärztlichen Praxis gearbeitet. Mit der Zeit wurde ihr jedoch immer deutlicher, dass die Kombination aus Schulmedizin, Ayurveda und Yogatherapie im engen Praxisalltag nur schwer umzusetzen ist. Heute arbeitet sie ausschließlich privatärztlich und verbindet diese verschiedenen Perspektiven bewusst miteinander. Dabei geht es nicht darum, eine medizinische Richtung gegen eine andere auszuspielen. Im Gegenteil. Die Schulmedizin liefert wichtige diagnostische Grundlagen. Ayurveda erweitert den Blick auf den Menschen und seine individuellen Ressourcen. Yogatherapie bietet schließlich praktische Möglichkeiten, dieses Wissen in den Alltag zu übertragen. Gerade diese Verbindung macht das Gespräch so interessant. Was wir aus diesem Gespräch mitnehmen können Chronische Erschöpfung ist selten nur die Folge von zu viel Arbeit oder zu wenig Schlaf. Häufig spielen viele Faktoren zusammen: Belastung, Regeneration, Lebensstil, Atmung, Bewegung und die individuelle Konstitution. Deshalb lohnt es sich, nicht vorschnell nach der einen Methode oder der einen Übung zu suchen. Vielleicht ist zunächst eine andere Frage hilfreicher: Was braucht mein Körper gerade wirklich? Genau diese Haltung verbindet moderne Medizin, Ayurveda und Yogatherapie auf eine sehr überzeugende Weise. Sie lädt dazu ein, genauer hinzusehen und individuelle Lösungen zu finden, statt sich auf allgemeine Empfehlungen zu verlassen. Wenn dich diese Fragen interessieren und du erfahren möchtest, wie Dr. med. Wiebke Mohme chronische Erschöpfung, Burnout, ADHS und die Bedeutung der Doshas in ihrer täglichen Praxis einordnet, dann höre unbedingt in diese Podcastfolge von Yogatherapie bewegt hinein. Dort spricht sie ausführlich darüber, wie sich unterschiedliche medizinische Perspektiven sinnvoll ergänzen können und warum der Mensch immer wichtiger ist als die Methode. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du mehr zu Wiebke erfahren möchtest: https://ayurmed-yoga.de/ Kennst du meinen kostenloser Newsletter? Jetzt anmelden
- Yoga verändert sich und das ist vielleicht das Beste daran
Vielleicht kennst du das. Du beginnst mit Yoga, weil dein Körper schmerzt. Oder weil du beweglicher werden möchtest. Mit der Zeit werden die Bewegungen leichter, die Praxis intensiver und das Verständnis wächst. Doch irgendwann verändert sich etwas. Nicht unbedingt dein Körper. Sondern dein Blick auf Yoga. Genau darüber habe ich mit Axel Dinse gesprochen, einem der ersten Ashtanga-Yogalehrer Österreichs und einem Menschen, der den Aufbau der Yogaszene im deutschsprachigen Raum von Beginn an mitgestaltet hat. Sein Weg zeigt, dass eine gute Yogapraxis nicht dadurch entsteht, dass wir immer mehr erreichen. Sondern dadurch, dass wir lernen, genauer hinzusehen. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Als Yoga noch Pionierarbeit war Heute gibt es Yogastudios an fast jeder Ecke. Vor mehr als 30 Jahren war das anders. Wer Ashtanga Yoga lernen wollte, musste improvisieren. Workshops im Ausland, Fotos aus Büchern und gemeinsames Ausprobieren waren oft die einzigen Möglichkeiten, sich Wissen anzueignen. Aus dieser Begeisterung entstand schließlich eines der ersten Ashtanga-Studios in Wien. Rückblickend beschreibt Axel diese Zeit als experimentell. Nicht alles war wissenschaftlich fundiert. Vieles entstand aus Erfahrung. Und genau deshalb ist es spannend zu sehen, wie sich sein Verständnis im Laufe der Jahre verändert hat. Erfahrung verändert den Unterricht Wer viele Menschen unterrichtet, lernt nicht nur etwas über sie. Man lernt auch etwas über sich selbst. Axel erzählt, dass ihn besonders die manuellen Hilfestellungen fasziniert haben. Er merkte, wie kleine, gezielte Berührungen Menschen helfen konnten, eine Bewegung besser zu verstehen. Gleichzeitig erkannte er aber auch die Grenzen dieser Methode. Heute unterscheidet er sehr klar zwischen zwei Arten von Hilfestellungen. Es gibt sanfte Impulse, die Orientierung geben und das Körpergefühl unterstützen. Und es gibt Korrekturen, die den Körper in Positionen bringen sollen, für die er vielleicht noch gar nicht bereit ist. Genau hier beginnt aus meiner Sicht therapeutisches Denken. Nicht die Frage, wie eine Asana aussehen sollte, steht im Mittelpunkt. Sondern die Frage, was dieser Mensch in diesem Moment wirklich braucht. Anatomische Grenzen sind keine Schwäche Viele Menschen verbinden Yoga mit dem Gedanken, die eigenen Grenzen zu erweitern. Das kann durchaus sinnvoll sein. Allerdings bedeutet Entwicklung nicht, anatomische Grenzen zu ignorieren. Axel spricht im Gespräch sehr offen darüber, dass er sich selbst verletzt hat. Nicht, weil Yoga grundsätzlich gefährlich wäre, sondern weil er – geprägt durch seine Vergangenheit als Leistungssportler – immer wieder über seine körperlichen Möglichkeiten hinausging. Auch manche manuelle Korrekturen, die damals üblich waren, betrachtet er heute deutlich kritischer. Diese Offenheit finde ich bemerkenswert. Sie zeigt, dass Erfahrung oft bedeutet, lieb gewonnene Überzeugungen zu hinterfragen. Mehr ist nicht immer besser Ein weiterer Gedanke aus unserem Gespräch hat mich besonders beschäftigt. Nach vielen Jahren intensiver Asana-Praxis begann Axel wieder mit Ausdauersport. Dadurch wurde er nach eigener Aussage zwar etwas weniger beweglich, fühlte sich insgesamt aber stabiler und wohler. Er beschreibt, dass ihn die ausschließliche Konzentration auf Asanas körperlich nicht dauerhaft ausgeglichen gemacht hat. Erst die Kombination verschiedener Bewegungsformen brachte für ihn mehr Balance. Das bedeutet allerdings nicht, dass Yoga nicht ausreicht. Es zeigt vielmehr, dass Bewegung individuell ist. Je nach Lebensphase, Ziel und körperlichen Voraussetzungen kann etwas anderes sinnvoll werden. Yoga darf sich mit dir weiterentwickeln Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis aus diesem Gespräch. Yoga ist kein starres System. Es ist eine Praxis, die sich gemeinsam mit uns verändern darf. Mit mehr Erfahrung verändern sich die Fragen. Aus „Wie komme ich tiefer in die Haltung?“ wird vielleicht „Welche Bewegung tut meinem Körper heute wirklich gut?“ Und genau diese Frage führt häufig zu nachhaltigeren Entscheidungen als der Versuch, immer weiter an Grenzen zu gehen. Wenn dich diese Gedanken interessieren und du mehr über die Entwicklung des Yoga, anatomische Grenzen und die Erfahrungen von Axel Dinse erfahren möchtest, dann hör dir die vollständige Podcastfolge an. Ich bin sicher, dass du viele Anregungen für deine eigene Praxis und vielleicht auch für deinen Unterricht mitnehmen wirst. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du mehr zu Axel erfahren möchtest: https://www.urbanhealthconcept.com/ Wenn du dich für die Yogatherapie interessierst, dann sind vielleicht meine Yogatherapie Grundlagen der ideale Einstieg.
- Erwartung vs. Realität
Yogatherapie im Praxis-Alltag Viele Yogalehrer kennen dieses Gefühl: Man unterrichtet mit Freude, die Stunden laufen gut und die Teilnehmer sind zufrieden. Doch sobald jemand über Rückenschmerzen, eine Knieoperation oder eine Schulterbeschwerde spricht, tauchen plötzlich Fragen auf. Welche Asana ist jetzt sinnvoll? Muss ich etwas anpassen? Sollte diese Position überhaupt ausgeführt werden? Genau aus diesem Grund hat sich Andrea aus Leipzig nach ihrer Yogalehrerausbildung für die Online-Yogatherapie-Ausbildung entschieden. Im Gespräch mit mir erzählt sie, dass sie sich vor allem eines gewünscht hat: „Ich wollte meine anatomischen Kenntnisse ausbauen und meinen Yogis eine bessere Anleitung geben. Nicht, um ihnen alles zu erklären, sondern damit ich selbst wirklich verstehe, was im Körper passiert.“ Heute befindet sich Andrea im achten von zwölf Ausbildungsmonaten. Besonders spannend finde ich, dass sie nicht bis zum Abschluss gewartet hat, um das Gelernte anzuwenden. Schon nach wenigen Monaten hat sie begonnen, neue Übungen in ihren Unterricht einzubauen. Anfangs ganz bewusst, ohne ihren Teilnehmern überhaupt von der Ausbildung zu erzählen. Erst später fragte sie jemand: „Daher kommen also die neuen Übungen.“ Für mich zeigt das etwas sehr Wichtiges. Eine gute Ausbildung verändert nicht erst das Zertifikat am Ende. Sie verändert den Blick auf Bewegung. Andrea beschreibt das sehr schön: „Der Blick ist geschärfter geworden. Selbst wenn ich einen Jogger auf der Straße sehe, fallen mir plötzlich die Füße oder die Beinachse auf.“ Ich nenne das gerne die Yogatherapie-Brille. Man beginnt Zusammenhänge zu erkennen, die vorher verborgen geblieben sind. Plötzlich sieht man, warum manche Menschen mehr Stabilität brauchen, andere mehr Mobilität. Warum Beschwerden oft nicht dort entstehen, wo sie spürbar sind. Und warum kleine Anpassungen im Yoga manchmal einen großen Unterschied machen können. Genau dieses Verständnis ist für mich der eigentliche Kern der Yogatherapie. Es geht nicht darum, möglichst viele Übungen zu kennen. Es geht darum, zu verstehen, warum eine Übung sinnvoll ist und für wen. Wenn du mehr über die Online Yogatherapie Ausbildung lernen möchtest, dann lies gerne hier weiter.
- Wann Yoga wirklich therapeutisch wirkt
Yoga kann viel bewirken. Es kann Beweglichkeit schenken, Kraft aufbauen, den Atem beruhigen, Schmerzen lindern und Menschen dabei helfen, ihren Körper wieder besser wahrzunehmen. Genau deshalb wird oft gesagt: Yoga ist therapeutisch. Und ja, grundsätzlich stimmt das. Aber es gibt einen wichtigen Zusatz: Yoga wirkt nicht automatisch bei jedem Menschen auf die gleiche Weise. Eine Übung, die für eine Person sehr hilfreich ist, kann für eine andere wenig bringen oder sogar Beschwerden verstärken. Genau hier beginnt Yogatherapie. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Lerne jetzt die Grundlagen der Yogatherapie: https://peterpoeckh.short.gy/grundlagen Oder du steigst gleich ein, in die große Ausbildung und sicherst dir 25 % Rabatt: https://peterpoeckh.short.gy/Yogatherapie Was unterscheidet Yogatherapie von klassischem Yoga? Viele Yogarichtungen stammen aus bestimmten Traditionen. Hatha Yoga, Ashtanga Yoga, Iyengar Yoga oder andere Stile wurden oft durch einzelne Lehrer geprägt und über Schulen weitergegeben. Yogatherapie ist anders. Sie ist nicht in erster Linie ein eigener Stil, sondern ein individueller Zugang. Einer der wichtigen historischen Impulse kommt von Krishnamacharya, der besonders in späteren Lebensjahren therapeutischen Einzelunterricht mit Yogatechniken gegeben hat. Der Kern dabei ist nicht: „Diese Übung ist gut.“ Sondern eher: Wann ist welche Übung für welchen Menschen sinnvoll? Das klingt einfach, verändert aber die gesamte Praxis. Denn in einer Yogaklasse stehen nie zehn identische Körper. Menschen bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit: Alter, Geschlecht, Beweglichkeit, Kraft, Schmerzen, Alltag, Sportgeschichte, Verletzungen, Gewohnheiten und genetische Veranlagung. Yogatherapie schaut genau hin. Warum nicht jede Beweglichkeit ein Ziel ist Im Yoga wird Beweglichkeit oft sehr hoch bewertet. Wer tiefer in die Vorbeuge kommt, wer den Fuß leichter hinter den Kopf bringt oder scheinbar mühelos in anspruchsvolle Asanas gleitet, wirkt auf den ersten Blick „weiter“. Aus therapeutischer Sicht ist das aber nicht immer richtig. Denn Beweglichkeit allein sagt noch nicht, ob ein Körper gut funktioniert. Wichtig ist die Frage: Kann ich eine Bewegung aktiv kontrollieren? Hier hilft die Unterscheidung zwischen aktiver und passiver Beweglichkeit. Aktive Beweglichkeit bedeutet: Ich kann eine Bewegung aus eigener Kraft ausführen und halten. Passive Beweglichkeit bedeutet: Ich komme durch äußere Hilfe tiefer in eine Position. Das kann durch ein Adjustment passieren, durch Gurte, Blöcke, Stühle, Wärme oder durch das Körpergewicht. Hilfsmittel können sehr sinnvoll sein. Aber wenn der Abstand zwischen passiver und aktiver Beweglichkeit zu groß wird, fehlt oft die Kontrolle. Dann steigt das Risiko, dass ein Gelenk überfordert wird. Gerade im Yoga ist das wichtig, weil viele Menschen sehr beweglich sind, aber nicht genug Kraft und Stabilität haben, um diese Beweglichkeit sicher zu führen. Hypermobilität: Wenn zu viel Beweglichkeit zum Problem wird Ein überbewegliches Gelenk muss nicht sofort weh tun. Im Gegenteil: Viele Menschen empfinden es zunächst sogar als Vorteil. Sie kommen leicht in tiefe Dehnungen, fühlen sich beweglich und haben lange keine Beschwerden. Das Problem entsteht häufig erst später, wenn die Stabilität fehlt. Dann kann aus Hypermobilität eine funktionelle Instabilität werden. Das bedeutet: Ein Gelenk bewegt sich zwar viel, wird aber nicht ausreichend kontrolliert. Häufige Beispiele sind ein starkes Hohlkreuz in der Lendenwirbelsäule oder das Durchdrücken der Knie im Stand. Deshalb braucht ein beweglicher Körper oft nicht noch mehr Dehnung, sondern mehr Kraft, Stabilität und Gelenkkontrolle. Wann Dehnung sinnvoll ist Dehnung ist nicht schlecht. Ganz im Gegenteil. Sie kann sehr hilfreich sein, wenn ein Muskel oder eine Muskelgruppe deutlich unter Spannung steht, verkürzt ist oder wenn eine Seite viel unbeweglicher ist als die andere. Ein klassisches Beispiel ist die Beinrückseite in der Vorbeuge. Wenn du dort eine angenehme Dehnung spürst, kann das sinnvoll sein. Wichtig ist aber, dass es bei einem klar wahrnehmbaren, noch angenehmen Dehnungsgefühl bleibt. Es geht nicht darum, Schmerz auszuhalten. Besser wäre sogar, nicht vom „Dehnungsschmerz“ zu sprechen, sondern vom Dehnungsgefühl. Sobald aus diesem Gefühl ein stechender, brennender, einschießender oder entzündlicher Schmerz wird, ist Vorsicht geboten. Dann ist die Übung in dieser Form nicht passend. Schmerz ist nicht gleich Schmerz Ein zentraler Punkt der Yogatherapie ist der Umgang mit Schmerz. Ein angenehmes Dehnungsgefühl in einem Muskel ist etwas anderes als ein Schmerz im Gelenk, ein Nervenschmerz, ein brennendes Gefühl oder ein entzündlicher Schmerz. Bei entzündlichen Schmerzen sollte die betroffene Region nicht weiter belastet werden. Hier braucht der Körper zuerst Zeit, damit die Entzündung abklingen kann. Auch bei einschießenden, brennenden oder unklaren Schmerzen ist es sinnvoll, diese Beschwerden medizinisch abklären zu lassen. Yogatherapie bedeutet nicht, sich durch Schmerzen hindurchzuarbeiten. Sie bedeutet, Bewegungen so auszuwählen, dass sie den Körper unterstützen. Wann Kräftigung wichtig wird Viele Beschwerden entstehen nicht durch zu wenig Beweglichkeit, sondern durch fehlende Stabilität. Das sehen wir häufig bei Rückenbeschwerden, Knieproblemen, Hüftthemen oder Schulterschmerzen. Kräftigung ist besonders wichtig in schmerzfreien Phasen oder in Bereichen, die zu wenig aktiv sind. Wenn ein Bereich aber gerade stark schmerzt und unter hoher Spannung steht, kann zusätzliches Krafttraining die Spannung manchmal noch verstärken. Dann braucht es zuerst Entlastung, Mobilisation oder sanfte Dehnung. Ein therapeutischer Ansatz fragt deshalb immer: Was braucht dieser Körper gerade? Mehr Beweglichkeit? Mehr Kraft? Mehr Stabilität? Mehr Kontrolle? Oder zuerst weniger Spannung? Anatomie muss nicht kompliziert sein Viele Menschen schrecken vor Anatomie zurück, weil sie glauben, sie müssten hunderte Muskeln, lateinische Namen, Ursprünge und Ansätze auswendig lernen. Für eine sinnvolle Yogapraxis geht es aber um etwas anderes. Es geht darum, Bewegungen zu verstehen. Was passiert in einer Vorbeuge?Welche Strukturen werden gedehnt? Welche Gelenke brauchen Kontrolle? Wo entsteht Ausweichbewegung? Wann ist eine Rückbeuge wirklich eine Rückbeuge der Brustwirbelsäule und wann weicht jemand nur in die Lendenwirbelsäule aus? Wenn wir diese Zusammenhänge verstehen, wird Yoga klarer, sicherer und individueller. Die therapeutische Wirkung entsteht durch die passende Auswahl Yoga kann therapeutisch wirken. Aber die therapeutische Wirkung entsteht nicht allein dadurch, dass eine Übung aus dem Yoga kommt. Sie entsteht, wenn eine Übung passend ausgewählt, gut dosiert und an den Menschen angepasst wird. Das ist in einer Gruppenstunde nicht immer vollständig möglich. Trotzdem können auch Gruppenstunden therapeutisch sinnvoll gestaltet werden, wenn sie gut aufgebaut sind und anatomische Grundprinzipien berücksichtigen. Bei ausgeprägten Beschwerden braucht es aber oft den individuellen Blick. Dann geht es darum, eine passende Asana-, Atem- und eventuell Meditationspraxis für diese Person zu finden. Genau das ist Yogatherapie. Sthira Sukham Asanam: Festigkeit und Leichtigkeit Ein schöner Gedanke aus den Yoga-Sutren von Patanjali beschreibt, dass ein Asana sowohl Stabilität als auch Leichtigkeit haben soll. Anatomisch betrachtet passt das sehr gut. Ein Asana braucht Spannung und Entspannung. Kraft und Dehnung. Kontrolle und Loslassen. Wenn eine dieser Qualitäten fehlt, wird die Praxis einseitig. Zu viel Dehnung ohne Stabilität kann den Körper überfordern. Zu viel Kraft ohne Entspannung kann Spannung und Schmerz verstärken. Yogatherapie sucht die Balance. Fazit Yogatherapie bedeutet nicht, dass es nur bestimmte „therapeutische Übungen“ gibt. Sie bedeutet, Yoga individuell zu verstehen. Nicht jede Person braucht mehr Dehnung. Nicht jede Person braucht mehr Kraft. Nicht jeder Schmerz ist harmlos. Und nicht jede Bewegung ist automatisch sinnvoll, nur weil sie in einer Yogastunde vorkommt. Wenn wir lernen, den Körper besser zu lesen, wird Yoga präziser, sicherer und wirksamer. Dann kann eine Praxis entstehen, die nicht nur auf der Matte gut aussieht, sondern den Menschen im Alltag wirklich unterstützt. Wenn du diese Zusammenhänge besser verstehen möchtest, ist das Modul Yogatherapie Grundlagen ein guter Einstieg. Dort werden wichtige Asanas, Bewegungsmuster und anatomische Zusammenhänge verständlich erklärt und direkt mit der Praxis verbunden. Für alle, die tiefer in die therapeutische Arbeit mit Yoga einsteigen möchten, gibt es außerdem die große Yogatherapie-Ausbildung. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn dir die Folge gefällt, freue ich mich sehr über eine Bewertung, dein Feedback oder deine Fragen.
- Warum Yoga oft besser wirkt als die nächste Spritze
Orthopädie, Schmerzmedizin und Yogatherapie mit Dr. Judith Schaefer „Der Schmerz ist oft nicht nur körperlich.“ Dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch das Gespräch mit Dr. med. Judith Schaefer. Die Orthopädin, Schmerzmedizinerin und Yogalehrerin hat viele Jahre in der klassischen Medizin gearbeitet, operiert und konservativ behandelt. Heute verbindet sie ihr medizinisches Wissen mit den Möglichkeiten der Yogatherapie und betrachtet Beschwerden aus einer deutlich umfassenderen Perspektive. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du in deinem Unterricht sprachlich präziser richtig werden möchtest, sieh dir gerne meinen kostenlosen Guide "Sag es richtig" an. Vom Mountainbike auf die Yogamatte Zum Yoga kam Judith Schaefer ursprünglich nicht wegen spiritueller Interessen oder gesundheitlicher Probleme. Sie war sportlich aktiv, fuhr Mountainbike, kletterte und wanderte regelmäßig. Trotzdem stellte sie irgendwann fest, dass ihr Körper in manchen Bereichen überraschend unbeweglich geworden war. Die erste intensive Yogastunde brachte einen Muskelkater mit sich, den sie so nicht erwartet hatte. „Da habe ich Feuer gefangen.“ Was als körperliche Herausforderung begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer neuen Sichtweise auf Bewegung, Gesundheit und Schmerz. Warum Sitzen eines unserer größten Probleme ist Ein zentrales Thema des Gesprächs ist unser moderner Lebensstil. Judith beobachtet täglich, dass viele Beschwerden nicht durch zu viel Bewegung entstehen, sondern durch zu wenig abwechslungsreiche Bewegung. „Wir haben einen Bewegungsapparat und keinen Sitzapparat.“ Besonders Rückenschmerzen, Nackenverspannungen und Haltungsthemen stehen oft in direktem Zusammenhang mit stundenlangem Sitzen. Dabei geht es nicht darum, permanent kerzengerade sitzen zu müssen. Viel wichtiger ist der regelmäßige Wechsel zwischen verschiedenen Positionen, Bewegung und bewusster Aufrichtung. Warum chronische Schmerzen anders behandelt werden müssen Einen besonders spannenden Einblick gibt Judith in ihre Arbeit mit chronischen Schmerzpatienten. Während akuter Schmerz eine wichtige Warnfunktion erfüllt, verändert sich bei chronischen Schmerzen häufig das gesamte System. Neben den körperlichen Ursachen spielen plötzlich weitere Faktoren eine Rolle: Angst Frustration Hilflosigkeit sozialer Rückzug depressive Verstimmungen Stress Diese Faktoren verstärken sich oft gegenseitig. Der Schmerz wird zu einer Spirale, aus der Betroffene alleine nur schwer herausfinden. Die erstaunliche Wirkung einfacher Yogaübungen Besonders berührend sind die Beispiele aus ihrer Arbeit. Eine Patientin mit chronischen Nackenschmerzen lernte durch eine einfache Übung erstmals wieder den Unterschied zwischen Spannung und Entspannung bewusst wahrzunehmen. Eine andere Patientin sagte nach einer Yogastunde: „Jetzt erlaubt mir endlich jemand, loszulassen.“ Ein weiterer Patient mit langjährigen Rückenschmerzen spürte nach einer einfachen Kriegerhaltung zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Kraft und Energie in seinem Körper. Nicht komplizierte Übungen machten hier den Unterschied. Sondern Wahrnehmung. Bewusstheit vor Bewegung Für Judith beginnt Veränderung nicht bei der perfekten Asana. Sie beginnt beim Spüren. Wie fühlt sich eine Bewegung an? Wo entsteht Spannung? Wo entsteht Leichtigkeit? Wie verändert sich mein Körper nach einer Übung? Viele Menschen haben den Zugang zu diesen feinen Signalen verloren. Genau hier setzt Yogatherapie an. Nicht mit Leistungsdruck. Nicht mit „höher, schneller, weiter“. Sondern mit Aufmerksamkeit. Können Yogahaltungen auch Beschwerden verursachen? Ja. Auch darüber sprechen wir offen. Vor allem ehrgeizige und sehr bewegliche Yogapraktizierende geraten manchmal in eine Falle. Zu intensive Rückbeugen, übertriebene Beweglichkeit oder dauerhaftes Arbeiten an den Grenzen des Körpers können Beschwerden fördern. Besonders häufig beobachtet Judith: Schmerzen im unteren Rücken Überlastungen der kleinen Wirbelgelenke Beschwerden an den Hamstring-Ansätzen Schulterprobleme durch mangelnde Stabilität Die Lösung liegt dabei meist nicht darin, Yoga aufzugeben. Sondern darin, die Praxis intelligenter anzupassen. Yoga als Brücke zwischen Medizin und Eigenverantwortung Was dieses Gespräch besonders macht, ist die Verbindung zweier Welten. Judith Schaefer denkt medizinisch präzise und gleichzeitig ganzheitlich. Sie zeigt, dass moderne Medizin und Yogatherapie keine Gegensätze sein müssen. Im Gegenteil. Gerade dort, wo Menschen lernen, ihren Körper wieder wahrzunehmen, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen und Bewegung bewusst einzusetzen, entstehen oft die nachhaltigsten Veränderungen. Mein persönliches Fazit Mich hat besonders beeindruckt, wie klar Judith zwischen Symptombehandlung und echter Veränderung unterscheidet. Viele Menschen suchen nach der einen Spritze, der einen Übung oder der einen Behandlung. Doch oft beginnt der Weg bereits viel früher: Mit dem bewussten Wahrnehmen des eigenen Körpers. Mit dem Verstehen von Zusammenhängen. Und mit der Bereitschaft, sich selbst wieder besser zuzuhören. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du mehr über Judith erfahren möchtest: https://www.judith-schaefer.de Mein kostenloser "Sag es Richtig"-Guide:https://peterpoeckh.short.gy/yoga-guide Wenn dir die Folge gefällt, freue ich mich sehr über eine Bewertung, dein Feedback oder deine Fragen.
- Schlaganfall mit 42
Wie Yoga Sabine Haag geholfen hat, neu ins Leben zu finden Sabine unterrichtet Yoga im wunderschönen Stift St. Florian in Oberösterreich. Wer ihr zuhört, spürt schnell Ruhe, Klarheit und eine besondere Form von Authentizität. Doch hinter dieser Ruhe steckt auch eine sehr persönliche Geschichte. Mit nur 42 Jahren erlitt Sabine einen Schlaganfall. Ein Ereignis, das ihr Leben komplett verändert hat. In unserem Gespräch erzählt sie offen, wie es dazu kam, warum die Zeit davor emotional extrem belastend war und wie Meditation und Yoga ihr geholfen haben, wieder Vertrauen in sich selbst und ihren Körper zu entwickeln. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du in deinem Unterricht sprachlich präziser richtig werden möchtest, sieh dir gerne meinen kostenlosen Guide "Sag es richtig" an. „Dann hat es mich einfach geschmissen.“ Besonders berührend ist die Offenheit, mit der Sabine über diese Phase spricht. Sie erzählt von schlaflosen Nächten, innerem Druck, Sorgen um ihre Kinder und einer großen Lebensentscheidung, die sie damals getroffen hatte. Der Körper zog irgendwann die Notbremse. „Und dann kannst du nicht schlafen und dann kannst du nicht essen … und dann hat es mich einfach geschmissen.“ Was viele überrascht:Der Schlaganfall zeigte sich bei ihr nicht durch klassische körperliche Lähmungen, sondern vor allem über Sprache und Konzentration. Wörter fehlten plötzlich. Englisch, das sie beruflich täglich verwendet hatte, war plötzlich nicht mehr selbstverständlich da. Gerade deshalb begann sie sich noch intensiver mit Meditation, mentaler Ruhe und den tieferen Ebenen des Yoga zu beschäftigen. Yoga beginnt nicht auf der Matte Sabine kam ursprünglich gar nicht über Asanas zum Yoga. Ihr erster Zugang war die Meditation. Die Suche nach innerer Ruhe. Die Verbindung zu sich selbst. Und genau dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Episode. Für Sabine bedeutet Yoga vor allem eines: „Verbindung.“ Die Verbindung zum eigenen Körper.Zur Atmung.Zu anderen Menschen.Und manchmal auch zu etwas Größerem, das sich schwer in Worte fassen lässt. Gerade in einer Zeit, in der Yoga oft nur auf Beweglichkeit oder äußere Formen reduziert wird, ist diese Sichtweise besonders spannend. Älterwerden als Privileg Ein weiteres großes Thema der Folge ist das Älterwerden. Sabine ist heuer 55 geworden und hat sich bewusst entschieden, ihre grauen Haare wachsen zu lassen. Eine Entscheidung, die viele Reaktionen ausgelöst hat. Während manche davor Angst haben oder hadern, sieht sie das heute anders: „Älterwerden ist ein Privileg.“ Wir sprechen darüber, warum viele Frauen mit dem Älterwerden kämpfen, wie sich die Yoga-Praxis im Laufe des Lebens verändert und warum Kraft, Beweglichkeit und mentale Stabilität immer wichtiger werden. Besonders schön finde ich ihren Zugang, dass Yoga sich an den Menschen anpassen darf und nicht umgekehrt. Yoga im Stift St. Florian Ein ganz besonderer Teil ihres Weges ist auch der Ort, an dem sie heute unterrichtet. Mitten im beeindruckenden Stift St. Florian hat sie ihr Yoga-Zuhause gefunden. Dort organisiert sie nicht nur regelmäßige Klassen, sondern auch Workshops, Konzerte und Yoga-Veranstaltungen. Man merkt im Gespräch sehr schnell, wie wichtig ihr Begegnung geworden ist. Nicht Leistung.Nicht Perfektion.Sondern echte Verbindung zwischen Menschen. Was wir aus dieser Folge mitnehmen können Diese Episode erinnert daran, dass Yoga weit mehr sein kann als nur Bewegung. Es kann ein Werkzeug sein, um: mit Krisen umzugehen Gedanken zu beruhigen den eigenen Körper wieder besser wahrzunehmen resilienter zu werden und bewusster durchs Leben zu gehen Und vielleicht ist genau das einer der wichtigsten Punkte dieser Folge: Es geht nicht darum, perfekt zu sein.Sondern darum, immer wieder in Verbindung mit sich selbst zu kommen. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du mehr über Sabine erfahren möchtest: https://www.yoga-ensemble.at/ Mein kostenloser "Sag es Richtig"-Guide:https://peterpoeckh.short.gy/yoga-guide Wenn dir die Folge gefällt, freue ich mich sehr über eine Bewertung, dein Feedback oder deine Fragen.
- Yoga ohne Ausweichen
Was wir über Emotionen wirklich lernen können „Es geht nicht darum, Gefühle zu vermeiden, sondern ehrlich mit ihnen umzugehen.“ In der aktuellen Folge von Yogatherapie bewegt spreche ich mit Moritz Ulrich über ein Thema, das im Yoga oft unterschätzt wird: den Umgang mit unangenehmen Emotionen. Denn während viele Yoga mit Ruhe, Entspannung und Ausgleich verbinden, zeigt dieses Gespräch eine andere Seite. Eine ehrlichere. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du in deinem Unterricht sprachlich präziser richtig werden möchtest, sieh dir gerne meinen kostenlosen Guide "Sag es richtig" an. Der Einstieg ins Yoga – ganz anders als erwartet Moritz kam schon sehr früh mit Yoga in Kontakt, allerdings nicht über die körperliche Praxis. Sein Zugang war zunächst philosophisch.Fragen nach Sinn, nach Bewusstsein und nach Dingen, die sich nicht sofort erklären lassen. Die Asanas kamen erst später. Und genau das prägt bis heute seinen Zugang. Yoga ist nicht immer angenehm Ein spannender Punkt im Gespräch ist die Rolle von Herausforderung im Yoga. Im Jivamukti Yoga wird bewusst mit Elementen gearbeitet, die viele nicht sofort mit Yoga verbinden: laute Musik intensive Praxis körperliche Anstrengung emotionale Reaktionen Warum? Weil genau das eine Vorbereitung auf den Alltag sein kann. Nicht in einer stillen, perfekten Umgebung ruhig zu bleiben, ist einfach, aber mitten im Leben, mit Reizen von außen, den eigenen Zustand zu halten, ist die eigentliche Herausforderung. Was ist Spiritual Bypassing? Ein zentraler Begriff im Gespräch ist Spiritual Bypassing. Gemeint ist damit, dass wir Spiritualität nutzen, um unangenehmen Gefühlen auszuweichen. Typische Beispiele sind: „Ich bin darüber schon hinaus“ „Das betrifft mich nicht mehr“ „Ich bin schon im höheren Bewusstsein“ Das Problem dabei ist nicht die Spiritualität selbst, sondern die Funktion, die sie übernimmt. Sie wird zu einer Art Schutzmechanismus. Anstatt sich mit Wut, Angst oder Zweifel auseinanderzusetzen, werden diese Gefühle „schön verpackt“ und zur Seite geschoben. Warum das langfristig nicht funktioniert Moritz beschreibt sehr klar, dass dieser Weg zwar kurzfristig angenehm sein kann, langfristig aber nicht weiterführt. Denn das, was nicht angeschaut wird, bleibt bestehen. Vielleicht ruhiger, vielleicht versteckter, aber es verschwindet nicht. Deshalb ist für ihn ein wichtiger Teil der Praxis: Hinsehen statt ausweichen. Der Umgang mit eigenen Emotionen Spannend ist auch, wie Moritz selbst damit umgeht. Er beschreibt sich als jemand, der Gefühle durchaus direkt zeigt.Aber gleichzeitig auch schnell wieder loslassen kann. Was ihm dabei hilft: Emotionen bewusst wahrnehmen sie durch den Körper durchlaufen lassen Situationen im Nachhinein reflektieren neue Reaktionen gedanklich durchspielen Ein Ansatz, der sehr praxisnah ist und zeigt, dass es nicht um „perfekte Gelassenheit“ geht, ondern um einen bewussten Umgang. Yoga als Weg – nicht als Ausrede Ein wichtiger Gedanke aus dem Gespräch: Yoga kann ein Werkzeug sein, um sich selbst besser zu verstehen. Oder eine Möglichkeit, sich selbst auszuweichen. Der Unterschied liegt in der Intention. Warum übe ich? Was möchte ich wirklich vermeiden oder erreichen? Diese Fragen sind oft entscheidender als die Praxis selbst. Mein Fazit Dieses Gespräch zeigt sehr deutlich, dass Yoga nicht nur aus ruhigen Momenten besteht. Sondern auch aus Reibung. Aus Emotionen. Und aus ehrlicher Auseinandersetzung. Vielleicht ist genau das der Teil, der oft fehlt. Nicht nur zur Ruhe kommen. Sondern auch lernen, mit dem Unangenehmen umzugehen. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du mehr über Moritz erfahren möchtest: https://peaceyoga.de/ http://instagram.com/downdogberlin
- Selbstwert statt Perfektion
Was wir von Barbra Noh lernen können „ Alles ist perfekt, so wie es ist, auch wenn du das gerade nicht sehen kannst.“ In der aktuellen Folge von Yogatherapie bewegt spreche ich mit Barbra Noh über einen Weg, der viele Facetten hat und gleichzeitig für viele Menschen überraschend nahbar ist. Denn auch wenn Barbra heute zu den bekanntesten Yoga-Lehrerinnen im deutschsprachigen Raum zählt, beginnt ihre Geschichte ganz woanders. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du in deinem Unterricht sprachlich präziser richtig werden möchtest, sieh dir gerne meinen kostenlosen Guide "Sag es richtig" an. Zwischen Leistung und Selbstzweifel Barbra wuchs in Australien auf, in einer koreanischen Kampfsportfamilie. Disziplin, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen waren von Anfang an Teil ihres Lebens. Später führte sie ihr Weg in den professionellen Tanz. Ballett, eine Welt, die stark von Perfektion geprägt ist. Eine Welt, in der Bewertung zum Alltag gehört. Und genau dort begann ein innerer Konflikt. Nicht gut genug zu sein. Sich ständig vergleichen zu müssen. Sich selbst immer wieder kritisch zu hinterfragen. Ein Gefühl, das viele kennen, auch weit außerhalb der Tanzwelt. Warum sie zum Yoga gekommen ist Interessant ist, dass Barbra nicht wegen der körperlichen Praxis zum Yoga gefunden hat. Nicht wegen Beweglichkeit. Nicht wegen Fitness. Und auch nicht, weil sie einen neuen Beruf gesucht hat. Sondern aus einem ganz einfachen Gedanken heraus: „Ich möchte nicht mein ganzes Leben so verbringen, dass ich mich schlecht fühle.“ Yoga wurde für sie zu einem Zugang, um sich selbst anders zu erleben. Nach den ersten Stunden waren es oft nur wenige Momente, in denen plötzlich Ruhe da war. Ein Gefühl, dass alles gerade so in Ordnung ist. Genau dort hat sich etwas verändert. Vom Außen ins Innen Ein entscheidender Unterschied zum Tanz war für sie der fehlende Spiegel. Im Yoga ging es plötzlich nicht mehr darum, wie etwas aussieht. Sondern darum, wie es sich anfühlt. Diese Verschiebung vom Außen ins Innen hat nicht nur ihre Anusara-Praxis verändert, sondern auch ihre Arbeit als Lehrerin. Ihr Ziel ist heute klar: Menschen dabei zu unterstützen, eine freundlichere Beziehung zu ihrem eigenen Körper aufzubauen. Der Umgang mit Bewertung Ein zentrales Thema im Gespräch ist Bewertung. Bewertung von außen, durch andere. Und Bewertung von innen, durch die eigene Stimme. Barbra beschreibt sehr klar, dass beide Ebenen zusammenwirken und sich gegenseitig verstärken können. Der Weg daraus ist kein schneller. Aber er beginnt oft damit, diese Muster überhaupt zu erkennen. Zwei neue Hüften und trotzdem Yoga Ein besonders eindrucksvoller Teil ihrer Geschichte ist ihre körperliche Entwicklung. Mit 36 Jahren wurde ihr bereits geraten, beide Hüften operieren zu lassen. Für viele wäre das ein harter Einschnitt gewesen. Sie hat sich damals dagegen entschieden und konnte die Operation durch ihre Anusara-Praxis viele Jahre hinauszögern. Erst 16 Jahre später hat sie sich schließlich operieren lassen. Heute lebt und praktiziert sie mit zwei neue Hüften, schmerzfrei und mit einer neuen Perspektive auf ihren Körper. Was sie dabei sehr ehrlich anspricht: Es war nicht einfach. Und es war auch ein Prozess, das für sich anzunehmen. Aber rückblickend sagt sie klar: Diese Entscheidung hat ihr Lebensqualität zurückgegeben. Was Yoga wirklich bedeutet Für Barbra geht es im Yoga nicht um Perfektion. Und auch nicht darum, immer besser zu werden. Sondern darum, sich selbst zu verstehen. Zu erkennen, wann man sich antreibt. Und wann es vielleicht sinnvoller wäre, loszulassen. Diese Balance beschreibt sie selbst als ihre Lebensaufgabe. Mein Fazit Dieses Gespräch zeigt sehr deutlich, dass Yoga nicht nur auf der Matte stattfindet. Es geht um Selbstwert. Um den Umgang mit Druck. Und um die Frage, wie wir mit uns selbst sprechen. Barbras Geschichte ist kein perfekter Weg. Aber genau das macht sie so wertvoll. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du mehr über Barbara erfahren möchtest: https://barbranohyoga.com/
- Stabilität oder Mobilität, was dein Körper im Yoga wirklich braucht
mit Dr. Peter Poeckh „ Nicht jede Region im Körper braucht das Gleiche. Manche wollen Stabilität, andere Beweglichkeit.“ In dieser Spezialfolge von Yogatherapie bewegt gibt es ausnahmsweise keinen Gast, sondern eine Solo-Episode zu einem Thema, das im therapeutischen Yoga aus meiner Sicht eine zentrale Rolle spielt: Wann sollten wir im Körper eher auf Stabilität setzen und wann auf Mobilität? Diese Frage klingt im ersten Moment vielleicht technisch. In Wahrheit steckt darin aber ein ganz wesentlicher Schlüssel für eine gesunde, sinnvolle und individuell angepasste Yoga-Praxis. Denn gerade im Yoga begegnen mir immer wieder sehr unterschiedliche Vorstellungen. Die einen sehen Yoga vor allem als Weg zu mehr Beweglichkeit und Dehnung. Die anderen betonen Kraft, Muskelaufbau und Stabilität. Und dann gibt es noch viele Mythen dazwischen, die eher für Verwirrung sorgen als für Klarheit. Genau deshalb wollte ich dieser Frage einmal eine ganze Folge widmen. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du diese Zusammenhänge noch klarer vor Augen haben möchtest, habe ich passend zur Folge einen kostenlosen Yoga Anatomie Leitfaden erstellt. Warum Anatomie im Yoga so wichtig ist Yoga ist natürlich viel mehr als nur Körperarbeit. Es hat viele Ebenen und viele Zugänge. Gleichzeitig ist mein eigener Schwerpunkt seit vielen Jahren der körperliche und anatomische Zugang, also die Frage, wie wir Bewegung so gestalten können, dass sie dem Körper wirklich guttut. Denn die funktionelle Anatomie gilt nicht nur fürs Yoga. Sie gilt für alle Bewegungsformen. Muskeln, Sehnen, Faszien, Bänder und Gelenke funktionieren nach bestimmten Prinzipien, egal ob wir auf der Matte stehen, spazieren gehen oder Krafttraining machen. Was sich allerdings massiv verändert hat, ist unser Alltag. Unser Körper ist als Bewegungsapparat gedacht, nicht als Sitzapparat. Genau darin liegt eines der großen Probleme unserer Zeit. Viele Menschen verbringen den Großteil des Tages sitzend. Andere stehen sehr lange. Beides ist auf Dauer nicht ideal. Was der Körper eigentlich braucht, ist regelmäßige, abwechslungsreiche Bewegung. Und genau hier hilft uns ein anatomisches Grundprinzip weiter. Das Stabilitäts Mobilitäts Muster im Körper Wenn wir den Körper von unten nach oben betrachten, erkennen wir ein spannendes Muster. Bestimmte Regionen sind eher für Stabilität gemacht, andere eher für Mobilität. Dieses Prinzip zieht sich fast durch den ganzen Körper. Der Fuß braucht vor allem Stabilität, weil er unser Fundament bildet. Das Sprunggelenk sollte gut beweglich sein und mehrere Bewegungsrichtungen zulassen. Das Knie braucht wieder mehr Stabilität. Es kann zwar leicht rotieren, ist aber grundsätzlich kein Gelenk, das auf große Rotationsfreiheit ausgelegt ist. Die Hüfte dagegen sollte in mehrere Richtungen beweglich bleiben, also beugen, strecken, nach innen und außen drehen und auch zur Seite gut arbeiten können. Die Lendenwirbelsäule ist eher ein Stabilitätssegment. Genau das wird in der Yoga-Praxis oft übersehen, besonders bei Rückbeugen. Die Brustwirbelsäule darf deutlich beweglicher sein und unterstützt Rotation, Seitneigung und Streckung. Die Schulter braucht viel Beweglichkeit, während der Ellbogen wieder mehr Stabilität verlangt. Das Handgelenk wiederum sollte gut beweglich bleiben. Dieses abwechselnde Prinzip hilft enorm, um besser zu verstehen, warum bestimmte Beschwerden überhaupt entstehen. Wenn das Muster gestört wird Problematisch wird es immer dann, wenn wir von einer Region etwas verlangen, wofür sie eigentlich nicht gedacht ist. Ein klassisches Beispiel ist das Knie. In manchen Yoga-Haltungen wird das Knie durch Stellung von Fuß und Hüfte in eine stärkere Rotation gebracht, als ihm guttut. Kurzfristig mag das vielleicht noch gutgehen. Wird es aber oft wiederholt, kann genau daraus auf Dauer eine Überlastung entstehen. Ein anderes Beispiel ist der untere Rücken. Viele Menschen holen sich in Rückbeugen sehr viel Bewegung aus der Lendenwirbelsäule, obwohl diese Region anatomisch eher Stabilität braucht. Was dann oft fehlt, ist Beweglichkeit in der Hüfte oder Brustwirbelsäule und gleichzeitig Kraft in den stabilisierenden Muskeln rund um die Wirbelsäule. Das Ergebnis kennen viele: Druckgefühl, Spannung, Überlastung oder Schmerzen im unteren Rücken. Warum der Hüftbeuger so oft mitmischt Ein Muskel, der in diesem Zusammenhang fast immer auftaucht, ist der Hüftbeuger . Durch das viele Sitzen ist er bei den meisten Menschen deutlich verkürzt oder zumindest ständig in einer erhöhten Spannung. Genau das zieht das Becken und damit auch die Lendenwirbelsäule nach vorne. Es entsteht ein übermäßiges Hohlkreuz. Die Folgen bleiben selten auf diese eine Region beschränkt. Der obere Rücken geht in die Gegenbewegung, die Schultern kippen nach vorne, die Halswirbelsäule muss ausgleichen. So entsteht Schritt für Schritt ein Haltungsmuster, das Spannung im ganzen Körper aufbaut. Deshalb lohnt es sich im Yoga fast immer, den Körper als Ganzes zu betrachten und nicht nur die Region, die gerade Beschwerden macht. Schmerz heißt nicht automatisch kräftigen Ein ganz wichtiger Punkt dieser Folge ist die Unterscheidung zwischen strukturellen und funktionellen Ursachen von Schmerzen. Strukturelle Ursachen wären zum Beispiel ein Knochenbruch, eine Arthrose, ein Bandscheibenvorfall oder eine andere Veränderung, die man in der Bildgebung sehen kann. Viel häufiger sind allerdings funktionelle Ursachen. Also Beschwerden, die vor allem mit Spannung, muskulären Dysbalancen, faszialen Verklebungen, Fehlbelastung oder ungünstigen Bewegungsmustern zu tun haben. Und genau hier wird oft der entscheidende Fehler gemacht. Wenn eine Region bereits schmerzhaft ist und dort ohnehin schon zu viel Spannung herrscht, dann macht es oft wenig Sinn, sofort noch mehr Spannung durch Kräftigung hineinzubringen. In so einer Phase ist es meist sinnvoller, zuerst zu mobilisieren, zu entlasten, zu lösen und wieder mehr Beweglichkeit herzustellen. Ist die schmerzhafte Phase vorbei oder handelt es sich um eine Region, die anatomisch primär Stabilität braucht, dann wird Kräftigung wieder wichtiger. Diese Unterscheidung ist zentral, gerade auch für Yoga-Lehrende. Yoga an den Menschen anpassen, nicht umgekehrt Für mich ist therapeutisches Yoga kein starres System und auch kein Dogma. Es geht nicht darum, Asanas möglichst perfekt nach einem festen Bild auszuführen. Es geht darum, Yoga an den jeweiligen Menschen anzupassen. Jeder Körper bringt andere Voraussetzungen mit. Manche Menschen sind von Natur aus sehr beweglich, andere deutlich stabiler gebaut. Manche neigen eher zu Verspannungen, andere eher zu Instabilität. Manche haben Schmerzen, andere sind beschwerdefrei, möchten aber vorbeugend üben. Genau deshalb braucht es im Yoga keine Einheitslösung, sondern ein gutes Verständnis dafür, wann Kraft sinnvoll ist und wann Beweglichkeit wichtiger wird . Das ist für mich einer der wichtigsten Bausteine einer modernen, gesunden Yoga-Praxis. Mein Fazit Wenn wir verstehen, dass sich im Körper Stabilität und Mobilität sinnvoll abwechseln, können wir Yoga viel klüger aufbauen. Wir beginnen dann, nicht mehr einfach nur „mehr Dehnung“ oder „mehr Kraft“ zu fordern, sondern schauen genauer hin: Was braucht diese Region wirklich? Was fehlt gerade? Und was würde den Körper langfristig eher entlasten als überfordern? Genau dort beginnt aus meiner Sicht ein intelligenter Yoga-Unterricht. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wenn du diese Zusammenhänge noch klarer vor Augen haben möchtest, habe ich passend zur Folge einen kostenlosen Yoga Anatomie Leitfaden erstellt.
- Face Yoga: Warum unser Gesicht mehr Aufmerksamkeit verdient
Ein Gespräch mit Claudia Granig „Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, das eigene Gesicht wertzuschätzen.“ In der aktuellen Folge meines Podcasts Yogatherapie bewegt spreche ich mit Claudia Granig über ein Thema, das auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich wirkt, bei genauerem Hinsehen aber erstaunlich viel mit Körperwahrnehmung, Spannung, Ausstrahlung und innerem Erleben zu tun hat: Face Yoga . Claudia ist Expertin für Face Yoga und zeigt auf sehr verständliche Weise, dass unser Gesicht weit mehr ist als nur das, was wir im Spiegel sehen. Es ist Ausdruck unserer Gewohnheiten, unserer Mimik, unserer Haltung und oft auch unserer inneren Anspannung. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Wie Claudia selbst zu Face Yoga gefunden hat Der Einstieg in ihre eigene Praxis begann mit einem sehr ehrlichen Moment. Claudia bemerkte auf Fotos eine starke Spannung im Gesicht, die gar nicht dem entsprach, wie sie sich innerlich wahrnahm. Sie fühlte sich nicht verhärtet oder verkrampft, aber genau das spiegelte ihr Gesicht wider. Aus einem ersten Interesse wurde rasch viel mehr. Statt den Weg Richtung Botox weiterzuverfolgen, begann sie mit Face Yoga und stellte fest, dass diese Praxis nicht nur muskulär wirkt, sondern auch das eigene Selbstbild verändert. Es ging plötzlich nicht mehr nur um eine Falte. Es ging um Wahrnehmung, Selbstfürsorge und den Blick auf sich selbst. Was sich im Gesicht wirklich zeigt Ein spannender Punkt in unserem Gespräch war die Frage, warum manche Menschen vital, offen und positiv sind und trotzdem angespannt oder müde wirken. Claudia beschreibt sehr anschaulich, dass das Gesicht über Jahre Gewohnheiten speichert. Dazu zählen: wiederkehrende Mimik Spannungen im Schulter Nacken Bereich Fehlhaltungen des Kopfes Stressmuster unbewusste muskuläre Überaktivität Gerade deshalb ist Face Yoga für sie keine oberflächliche Methode, sondern eine Form der Auseinandersetzung mit dem eigenen Ausdruck. Denn häufig zeigt das Gesicht nicht nur, wie wir aussehen, sondern auch, wie wir uns im Laufe der Zeit körperlich organisiert haben . Muskeln, Faszien, Lymphe: Das Gesicht ist viel aktiver als viele denken Im Gespräch wurde auch schnell klar, dass wir dem Gesicht in unserer Körperpraxis oft viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Wir trainieren Rücken, Beine, Bauch und Schultern. Aber das Gesicht? Das wird meist nur gepflegt, eingecremt oder möglichst kaschiert. Dabei gibt es dort eine erstaunlich aktive Muskulatur. Claudia erklärt, dass wir vom Schlüsselbein aufwärts überall Muskeln haben und dass diese Strukturen einen spürbaren Einfluss auf Spannung, Ausdruck und Beweglichkeit im Gesicht haben. Auch ergänzende Methoden wie Gua Sha und Schröpfen spielen in ihrer Arbeit eine Rolle. Beide können dabei helfen, Spannungen zu lösen, die Durchblutung anzuregen und das Gewebe bewusster wahrzunehmen. Zwischen innerem Erleben und äußerem Ausdruck Besonders interessant fand ich den Zusammenhang zwischen Emotion, Mimik und Muskelspannung. Gefühle zeigen sich in Millisekunden im Gesicht. Wenn bestimmte Spannungsmuster über lange Zeit bestehen bleiben, kann daraus ein Kreislauf entstehen: Emotion erzeugt Mimik, Mimik erzeugt muskuläre Spannung und diese Spannung wirkt wiederum auf unser inneres Empfinden zurück. Genau hier setzt Face Yoga an. Nicht als schneller Trick, sondern als tägliche Praxis, mit der man wieder mehr Einfluss auf den eigenen Ausdruck gewinnen kann. Face Yoga oder Botox? Natürlich haben wir auch über Botox gesprochen. Claudia hat dazu eine klare Haltung. Nicht verurteilend, aber bewusst. Für sie liegt der große Unterschied vor allem in der Selbstwirksamkeit . Während Botox ein Eingriff von außen ist, versteht sie Face Yoga als einen Weg, selbst aktiv zu werden, den eigenen Alterungsprozess bewusst zu begleiten und sich nicht nur auf einen kurzfristigen Effekt zu verlassen. Das bedeutet nicht, dass dieser Weg für alle der richtige sein muss. Aber für viele Frauen, so schildert Claudia, wird Face Yoga zu einer Praxis, die weit über das Gesicht hinausgeht. Es geht um die Frage: Wie möchte ich mit mir selbst umgehen? Und: Wie möchte ich mich in meinem eigenen Gesicht wahrnehmen? Eine kleine Übung mit großer Wirkung Am Ende der Folge zeigt Claudia auch zwei einfache Übungen für den Bereich zwischen den Augenbrauen, also genau dort, wo sich bei vielen Menschen Spannung sammelt. Schon das sanfte Massieren dieser Region und das bewusste Lösen der Muskulatur kann ein erstaunlich angenehmes Gefühl erzeugen. Die Stirn wirkt freier, der Blick offener und das ganze Gesicht entspannter. Es sind genau diese kleinen Erfahrungen, die zeigen, warum Face Yoga für viele mehr ist als ein Trend. Mein Fazit zur Folge Für mich war diese Episode eine echte Bereicherung, weil sie ein Thema aufgreift, das viele vielleicht zunächst in die Beauty Ecke stellen würden, das aber bei genauerem Hinsehen sehr viel mit Körperbewusstsein, Spannung, Gewohnheiten und Selbstbild zu tun hat. Face Yoga erinnert daran, dass auch das Gesicht Teil unserer körperlichen Praxis sein darf. Nicht aus Eitelkeit. Sondern aus Achtsamkeit. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music 👉 Mehr über Claudia: https://faceyoga.cc
- Was Yoga wirklich verändern kann
Ein Gespräch mit Helga Baumgartner Manche Wege beginnen mit Stress. Bei Helga war es eine hochbelastete Jugendzeit. Später ein forderndes Architekturstudium. Viel Druck, viel Ambition, viel Yang. Yoga war zunächst kein spiritueller Weg – sondern Selbstregulation. Ein Versuch, besser zu schlafen. Ruhiger zu werden. Funktionieren zu können. Und genau das ist spannend. Denn viele von uns kommen über den Körper ins Yoga. Über Spannung. Über Erschöpfung. Über das Gefühl, dass „irgendetwas fehlt“. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music Übrigens, ich würde mich sehr freuen, wenn du für unseren kleinen aber feinen Podcast deine Stimme beim Ö3-Podcast Award als Podcast des Jahres abgeben würdest. Vielen lieben Dank! Architektur und Anatomie – zwei Welten, ein Prinzip Helga hat Architektur studiert. Tragwerkslehre, Statik, Druck- und Zugverhältnisse. Was sie dort gelernt hat, erkennt sie heute im Körper wieder: Tensegrity-Modelle. Druckstäbe. Zugverbindungen. Belastungslinien. Die Maschine muss laufen, sagt sie. Und doch stellt sich irgendwann eine andere Frage: Wohin fährt dieses „Auto“, das so perfekt konstruiert ist? Hier beginnt Yoga. Vom Yang ins Yin Helga beschreibt sich selbst als ambitioniert. Leistungsorientiert. Zielgerichtet. Das brachte sie auch mit auf die Matte. Mehr Tiefe. Mehr Kraft. Mehr Fortschritt. Bis sie Yin Yoga für sich entdeckte. Nicht beim ersten Mal. Da war Widerstand. Kampf. Intensität. Aber beim zweiten Mal kam etwas anderes. Loslassen. „Für mich lag das Glück im Loslassen.“ Dieser Moment war ein Wendepunkt. Nicht nur in der Praxis – sondern im Leben. Nicht immer alles durch Tun regeln zu müssen. Nicht alles optimieren zu wollen. Sondern sein zu dürfen. Muss ich nach Indien? Helga hat ihre spirituelle Lehrerin im Himalaya gefunden. Eine Begegnung, die sie tief berührt hat. Aber sie sagt klar: Wir müssen nirgendwo hin. Tägliche Wiederholung ist der Schlüssel. Abhyasa. Wiederholung. Wiederholung. Ein Blick in die Bhagavad Gita. Ein paar Minuten Meditation. Eine bewusste Asana-Praxis. Ein Mantra. Ein Atemzug. Nicht die große Erleuchtung im Ashram. Sondern der tägliche Tropfen. Asana oder Meditation – was ist wichtiger? Helga stellt nichts über etwas anderes. Die Maschine braucht Bewegung. Gefäße brauchen Unterstützung. Muskeln brauchen Aktivität. Aber: Wohin führt mich meine Praxis? Ein Handstand kann faszinieren. Ein tiefer Backbend kann fordern. Aber wenn das Ziel nur Leistung ist, dreht sich das Auto im Kreis. Die Intention entscheidet. Warum mache ich das? Einstieg über den Körper Ein schöner Gedanke aus unserem Gespräch: „Man muss den Einstieg erleichtern – und der ist für die Allermeisten über den grobstofflichen Körper.“ Das sehe ich ganz ähnlich. Der Körper ist greifbar. Spürbar. Direkt. Und wenn wir dranbleiben, öffnet sich oft ganz von selbst die nächste Tür. Yoga ist kein Rückzug vom Leben Helga geht joggen. Langlaufen. Paddeln. Macht Krafttraining, ist gerne draußen in der Natur. Yoga bedeutet für sie nicht, sich aus der Welt zurückzuziehen sondern bewusster in ihr zu stehen. Mit Bewegung. Mit Achtsamkeit. Mit Loslassen. Diese Folge ist für alle, – die viel leisten – die viel denken – die viel wollen Und die vielleicht spüren, dass da noch etwas anderes möglich ist. 🎧 Höre jetzt rein: Spotify | Apple Podcast | Amazon Music 👉 Mehr über Helga: https://www.yinplusyoga.de/ Wenn dir die Episode gefallen hat, freue ich mich über 5 Sterne und über deine Gedanken auf Social Media. Übrigens, ich würde mich sehr freuen, wenn du für unseren kleinen aber feinen Podcast deine Stimme beim Ö3-Podcast Award als Podcast des Jahres abgeben würdest. Vielen lieben Dank!











