Die Kunst der bewussten Bewegung
- Dr. Peter Poeckh

- 29. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Ein Gespräch mit Elmar Spielauer
Er kombiniert Yoga, Calisthenics, Faszienarbeit und Philosophie zu einem einzigartigen Ansatz: Functional Movement Arts. In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Elmar Spielauer über bewusste Bewegung, verkörpertes Yoga und das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.
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„Yoga ist kein Aspirin, sondern ein Weg.“
Elmar nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die heutige Yogapraxis geht: Zu oft wird Yoga als schnelle Lösung für Stress oder körperliche Beschwerden gesehen. Doch echte Veränderung beginnt nicht auf der Matte – sondern im Alltag:
„Wenn du nur dreimal 30 Sekunden Malasana pro Woche übst, ist das noch kein Skill.“
Mit seiner humorvollen und zugleich tiefgründigen Art plädiert Elmar für mehr Bewusstsein, mehr Disziplin – und mehr Freude an Bewegung. Sein Bild vom Yoga als Garten, der gepflegt, aber nicht kontrolliert wird, zieht sich durch das gesamte Gespräch.

Die Triade der Bewegung: Mobilität, Kraft, Kontrolle
Ob Klettern, Yoga oder Handstand – hinter jeder Bewegung steckt ein Zusammenspiel aus drei Faktoren:
🔸 Mobilität – genug Bewegungsfreiheit, z. B. in Hüfte oder Schultern
🔸 Kraft – die Fähigkeit, sich aktiv zu halten oder zu stabilisieren
🔸 motorische Kontrolle – das Koordinieren von Bewegungen
Nur wenn diese drei Komponenten im Gleichgewicht sind, entsteht eine Bewegung, die sich leicht und zugleich stabil anfühlt.
„Der Sweet Spot aus Flexibilität, Kraft und Kontrolle – das ist Stil.“
Warum wir das Ziehen vergessen haben
Ein zentraler Kritikpunkt von Elmar: Die Asanapraxis enthält zu viel Push, aber zu wenig Pull. Dabei ist das Zugmuster – z. B. durch Rudern oder Klimmzüge – essenziell für Schulter- und Rückenstabilität.
„Sogar Bodybuilder wissen: Wer drücken will, muss auch ziehen können.“
Daher empfiehlt Elmar, gezieltes Krafttraining mit funktioneller Mobilität zu kombinieren – etwa in kurzen 20-Minuten-Einheiten, aufgeteilt in Bauch–Beine–Po, Push–Pull und Stabilität. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Routine:
„Ich putze mir auch nicht aus Motivation die Zähne. Ich mache es, weil es notwendig ist.“
Functional Movement als Kunstform
Wenn Bewegung zur Gewohnheit wird, kann daraus Kunst entstehen – ob beim Yoga, Gitarrespielen oder in der Sprache. Das ist das Ziel von Functional Movement Arts: Bewegung als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.
Elmars Tipps für mehr Bewegung im Alltag:
✅ Movement Snacks: Krieger 3 beim Staubsaugen, Halbmond beim Legosteine-Aufheben
✅ Weniger Performance, mehr Bewusstsein
✅ Krafttraining ernst nehmen – besonders ab 45!
✅ Bewegung als tägliche Selbstfürsorge etablieren
✅ Feiere kleine Erfolge – liebevoll und ohne Druck
🎧 Hör dir die ganze Folge an!Ein Gespräch, das inspiriert, provoziert – und motiviert, den eigenen Zugang zu Yoga und Bewegung neu zu überdenken.
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➡️ Mehr über Elmar Spielauer & seine Bewegungsangebote: www.f-m-arts.com
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